Wann lohnt sich Wohn-Riester wirklich?

Ich bin Marcel Ziegler, Gründer von immobilienspot.com. Ich helfe Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten.

Beim Kauf, Bau oder der Tilgung einer selbst genutzten Immobilie können staatliche Zulagen und mögliche Steuervorteile die Finanzierung mit Wohn-Riester günstiger machen. Ob sich das lohnt, hängt von der Höhe der Förderung, den Vertragskosten und Ihrer langfristigen Wohnplanung ab.

Die geförderten Beträge werden auf einem Wohnförderkonto erfasst. Dieses Konto ist ein Rechenposten, der die später zu versteuernden Beträge festhält. Wohn-Riester lohnt sich, wenn die Zulagen und die Ersparnis bei der Finanzierung höher ausfallen als die Vertragskosten, die spätere Steuer und mögliche Nachteile bei einem Umzug.

Was Wohn-Riester fördert

Wohn-Riester, auch Eigenheimrente genannt, erlaubt, Riester-Guthaben für bestimmte selbst genutzte Immobilien einzusetzen. Nach den bisherigen Regeln können Sie die Förderung etwa für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie, zur Tilgung eines Immobilienkredits oder für bestimmte Pflichtanteile an einer Wohnungsgenossenschaft nutzen.

Auch ausgewählte altersgerechte Umbauten und energetische Sanierungen sind möglich. Dabei gelten besondere Voraussetzungen und Mindestbeträge. Für energetische Maßnahmen sind beispielsweise bestimmte Arbeiten zur Dämmung förderfähig. Auch ein Fenstertausch oder der Austausch einer Heizungsanlage zählt dazu. Ein Riester-Guthaben lässt sich dafür jedoch nicht einfach zur Tilgung eines Sanierungskredits verwenden.

Für Kauf, Bau und Darlehenstilgung gelten andere Mindestbeträge als für Umbauten. Prüfen Sie vor einer geplanten Auszahlung, ob die konkrete Maßnahme anerkannt wird und welche Fristen gelten: Sie können den Antrag nur stellen, wenn die Kosten höchstens sechs Monate zurückliegen. Nach der Auszahlung haben Sie zwölf Monate, um das Geld zweckgebunden einzusetzen.

Wie hoch die Zulagen sind

Nach den bisherigen Riester-Regeln beträgt die jährliche Grundzulage 175 Euro. Dazu kommen 185 Euro pro Kind, wenn das Kind vor 2008 geboren wurde, oder 300 Euro pro Kind ab Geburtsjahr 2008. Die Kinderzulage wird gezahlt, solange Kindergeldanspruch besteht. Wer bei Vertragsabschluss jünger als 25 Jahre ist, erhält einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen Sie in der Regel jährlich 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr einzahlen, abzüglich der Zulagen. Für den geförderten Gesamtbeitrag gilt grundsätzlich eine jährliche Obergrenze; der Mindesteigenbeitrag beträgt in der Regel 60 Euro.

Förderberechtigt sind unter anderem viele Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte. Selbstständige sind nicht automatisch berechtigt. Auch ein Ehe- oder Lebenspartner, der selbst nicht unmittelbar förderberechtigt ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine mittelbare Förderung erhalten. Klären Sie Ihren Anspruch, bevor Sie die erwartete Förderung in eine Finanzierungsrechnung aufnehmen.

Was das Wohnförderkonto bedeutet

Riester-Geld, das Sie für die Immobilie entnehmen, und geförderte Tilgungsleistungen werden auf einem Wohnförderkonto festgehalten. Das Konto enthält kein zusätzliches Guthaben und gibt auch nicht den Immobilienwert wieder. Es dient dazu, die geförderten Beträge später zu versteuern. Bis zum Beginn der Auszahlungsphase wächst der erfasste Betrag jährlich um 2 Prozent.

Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie grundsätzlich zwischen zwei Besteuerungswegen wählen. Bei der Einmalbesteuerung werden 70 Prozent des Wohnförderkonto-Betrags steuerlich angesetzt. Bei der jährlichen Besteuerung verteilen sich die Beträge gleichmäßig bis zum 85. Geburtstag; der Nachlass entfällt. Wie viel Steuer Sie zahlen, hängt von Ihrem Einkommen im Alter ab. Ein pauschaler Steuersatz wäre deshalb irreführend.

Für die Entscheidung sollten Sie beide Varianten mit einer plausiblen Schätzung Ihres späteren Einkommens vergleichen. Die Rechnung sollte außerdem zeigen, wie viel die Förderung bis dahin bei der Finanzierung spart. Die Zulagen allein sagen noch nicht, ob der Vertrag insgesamt günstiger ist.

Wann sich Wohn-Riester eher rechnet

Wohn-Riester kann sich eher lohnen, wenn Sie hohe Zulagen erhalten und das geförderte Geld zur Tilgung des Kredits einsetzen. Kinderzulagen können die Förderung deutlich erhöhen. Zusätzlich prüft das Finanzamt, ob Sie durch den Abzug Ihrer Beiträge als Sonderausgaben mehr Steuern sparen als durch die Zulagen. Ist das der Fall, wird der zusätzliche Steuervorteil ebenfalls berücksichtigt.

Ein günstigeres Darlehen ohne Riester-Förderung kann am Ende besser abschneiden als ein geförderter Vertrag mit hohen Gebühren oder unpassenden Tilgungsbedingungen. Vergleichen Sie deshalb den gesamten Finanzierungsverlauf. Berücksichtigen Sie dabei Zinssatz und Gebühren ebenso wie Tilgung, Restschuld und Sondertilgungsrechte.

Sie sollten Wohn-Riester genau prüfen, wenn Sie nur geringe Zulagen erhalten, hohe Vertragskosten anfallen oder die Immobilie voraussichtlich nicht dauerhaft selbst nutzen. Ein geplanter Umzug, eine Vermietung oder ein Verkauf kann Folgen für die Förderung und die Besteuerung haben. Es gibt gesetzliche Ausnahmen und Möglichkeiten, die Förderung zu erhalten, etwa durch eine rechtzeitige Verwendung für eine andere begünstigte Wohnung. Die Voraussetzungen hängen vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich vor Verkauf oder Auszug beraten, statt von einem automatischen Förderverlust oder einer folgenlosen Veränderung auszugehen.

So vergleichen Sie die Angebote

Vergleichen Sie den konkreten Wohn-Riester-Vertrag mit der besten Finanzierung, die ohne Wohn-Riester für Sie infrage kommt. Für eine brauchbare Rechnung brauchen Sie mindestens:

  1. Ihren Förderstatus, das maßgebliche Vorjahreseinkommen, die Zulagen und den nötigen Eigenbeitrag.
  2. Ob der Sonderausgabenabzug bei der Günstigerprüfung über die Zulagen hinaus einen Steuervorteil bringt.
  3. Zinssatz, Gebühren, Tilgungsbedingungen und Sondertilgungsrechte des Riester-Angebots und der Alternative.
  4. Restschuld, Laufzeit und gesamte Finanzierungskosten in beiden Varianten.
  5. Eine Schätzung der späteren Steuer auf das Wohnförderkonto.
  6. Ihre voraussichtliche Wohndauer und die Folgen eines möglichen Umzugs, Verkaufs oder einer Vermietung.

Entscheidend ist das Ergebnis nach Kosten und Steuern. Eine Zertifizierung eines Riester-Vertrags sagt nicht aus, ob er gegenüber einer normalen Finanzierung günstig ist. Auch eine alte Beispielrechnung ersetzt keine aktuelle Berechnung mit Ihren Vertragsdaten.

Was sich ab 2027 ändert

Nach dem Stand vom 18. Oktober 2026 wurde eine Reform der geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Für bestehende Riester-Verträge gilt Bestandsschutz; neue Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Die bisherigen Angaben zu Zulagen und Wohnförderkonto beziehen sich auf die geltenden Regeln für Wohn-Riester.

Wer einen neuen Vertrag abschließen will, sollte die dann verfügbaren Bedingungen mit den bisherigen Riester-Angeboten vergleichen. Ob die neuen Produkte Vorteile bieten, lässt sich aus den bisherigen Regeln nicht zuverlässig ableiten.


Marcel Ziegler

Ich bin Marcel Ziegler, Finanz-Blogger und Gründer von immobilienspot.com. Hier möchte ich allen Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten, kostenlos leicht verständliche Informationen zu Baufinanzierungen, Immobilienkauf und Hausbau anbieten.