Umzug planen: Checkliste von Kuendigung bis Einzug

Ich bin Marcel Ziegler, Gründer von immobilienspot.com. Ich helfe Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten.

Beim Umzug müssen Sie mehr erledigen als nur Möbel transportieren. Sie müssen die Wohnung fristgerecht kündigen, neue Strom- und Internetanbieter wählen, die neue Adresse überall melden und die alte Wohnung besenrein übergeben. Wer vier Monate vorher beginnt, hat für jeden Schritt genug Zeit: von der Kündigung bis zu den ersten Tagen in der neuen Wohnung.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Beginnen Sie etwa vier Monate vor dem Umzugstermin mit der Planung. In dieser Zeit finden Sie eine neue Wohnung, kündigen den alten Mietvertrag fristgerecht und organisieren das Entrümpeln und die Umzugsfirma.

Kündigen Sie zuerst die alte Wohnung, denn die Kündigung ist an Fristen gebunden. Die meisten Mietverträge verlangen eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Die Kündigung wirkt üblicherweise zum Ende eines Monats, oft zum letzten Tag des übernächsten Monats. Prüfen Sie die genaue Frist in Ihrem Mietvertrag. Schicken Sie das Kündigungsschreiben per Einschreiben, damit Sie den Zugang nachweisen können. Einige Verträge erlauben eine kürzere Frist, etwa wenn eine neue Mieterin oder ein neuer Mieter nachrückt. Das steht dann im Vertrag oder in der Hausordnung.

Warten Sie mit der Kündigung, bis der neue Mietvertrag unterschrieben ist. Sonst stehen Sie ohne Wohnung da, wenn die neue Zusage platzt.

Kartons besorgen und ausmisten

Beginnen Sie das Packen früh, aber mit System. In den Wochen vor dem Umzug packen Sie am besten alle Dinge, die Sie bis zum Umzugstag nicht brauchen, also Winterkleidung, Bücher, Deko und Vorratsschränke. Pro Zimmer lohnt sich eine beschriftete Kiste, damit Sie beim Auspacken wissen, was wohin gehört. Schwere Sachen gehören in kleine Kartons, leichte wie Kleidung oder Bettwäsche in große. Zerbrechliches wickeln Sie in Zeitungspapier oder Luftpolsterfolie, Gläser am besten stehend und mit Papier zwischen den einzelnen Stücken.

Nutzen Sie die Gelegenheit zum Ausmisten. Alles, was Sie seit Jahren nicht benutzt haben, können Sie verkaufen, verschenken oder zum Sperrmüll geben. Je weniger Kartons Sie füllen, desto günstiger wird der Transport und desto schneller ist die neue Wohnung eingerichtet. In Kleiderkammern, Sozialkaufhäusern oder Online-Verschenk-Plattformen finden gut erhaltene Sachen oft schneller ein neues Zuhause.

Helfer und Transport organisieren

Ob Sie eine Umzugsfirma beauftragen oder mit Freunden selbst umziehen, entscheidet vor allem der Aufwand. Bei einer kleineren Wohnung mit wenig Möbeln reicht ein Transporter, den Sie eine Woche vorher reservieren. Bei einer größeren Wohnung mit Klavier, Sideboard oder vielen Umzugskartons holen Sie besser zwei oder drei Angebote von Umzugsunternehmen ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch, ob die Firma den Abbau der Möbel, das Tragen über Treppen und die Entsorgung des Verpackungsmaterials übernimmt. Fragen Sie außerdem, ob eine Haftpflichtversicherung für Transportschäden enthalten ist.

Wenn Freunde oder Familie helfen, planen Sie die Aufgaben vorher. Eine Person koordiniert die Kartons im alten Haus, eine andere stellt sie im neuen Haus in die richtigen Räume, eine dritte kümmert sich um Getränke und Verpflegung. Legen Sie fest, wer den Transporter fährt und wer schwere Möbel trägt. So vermeiden Sie, dass am Umzugstag alle durcheinanderlaufen.

Adresse und Verträge rechtzeitig ummelden

Die neue Adresse müssen Sie an mehrere Stellen melden, und nicht alle nehmen die Änderung automatisch vor. Beginnen Sie mit der Behördenmeldung. Für die Ummeldung innerhalb der Stadt oder in eine andere Gemeinde gelten Fristen von meist zwei Wochen nach dem Einzug. Danach folgen Bank, Arbeitgeber, Versicherungen, Krankenkasse, Telefon- und Internetanbieter sowie Abonnements und Paketdienste. Die Deutsche Post bietet einen Nachsendeauftrag an. Er leitet Briefe von Absendern, die Ihre alte Adresse noch nicht kennen, für mehrere Monate an die neue Anschrift weiter.

Einige Verträge lassen sich nur mit einer bestimmten Frist kündigen oder umziehen. Das gilt besonders für Internet- und Stromverträge. Kündigen Sie den Stromvertrag zum Umzugstag. Melden Sie sich beim örtlichen Grundversorger an oder schließen Sie einen neuen Vertrag ab. Telefonanbieter bieten oft einen Umzugsservice an, bei dem Sie den Vertrag an die neue Adresse mitnehmen und dort die gleiche Leistung weiter nutzen. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter am neuen Wohnort überhaupt verfügbar ist. Klären Sie das möglichst früh, damit Sie nicht wochenlang ohne Internet sitzen.

Zählerstände ablesen und übermitteln

Kurz vor der Übergabe lesen Sie die Zählerstände von Strom, Gas und Wasser in der alten Wohnung ab. Am sichersten ist es, den Stand direkt am Zähler abzulesen und mit Foto zu dokumentieren, dazu Datum und Uhrzeit. Diese Stände melden Sie Ihrem Strom- und Gasanbieter sowie dem Vermieter. So basiert die Abschlussrechnung auf dem tatsächlichen Verbrauch. Sie bezahlen nicht den Verbrauch des Nachmieters. Für die neue Wohnung lesen Sie die Zähler ebenfalls beim Einzug ab und übermitteln die Stände an Ihren neuen Energieanbieter. Am Umzugstag selbst notieren Sie den Stand sofort, denn keine Ablesung bleibt lange korrekt.

Die Wohnungsübergabe vorbereiten

Die Übergabe der alten Wohnung ist der Moment, in dem Sie den Schlüssel zurückgeben und der Vermieter den Zustand prüft. Vereinbaren Sie einen Termin, bei dem beide Seiten durch die Wohnung gehen. Halten Sie den Zustand in einem Übergabeprotokoll fest, das Sie und der Vermieter unterschreiben. Fotografieren Sie Schäden oder Abnutzungen vorher, damit später keine Diskussion entsteht. Nebenkostenabrechnungen und Zählerstände hängen eng mit der Übergabe zusammen. Das gilt auch für die Frage, ob Sie Schönheitsreparaturen durchgeführt haben oder eine Ausgleichszahlung vereinbart ist.

Der Wohnungsschlüssel wird erst bei der Übergabe übergeben. Behalten Sie einen Ersatzschlüssel, falls Sie in den Tagen danach noch etwas abholen müssen. In der neuen Wohnung läuft die Übergabe umgekehrt: Sie prüfen, ob alle Fenster, Türen und Installationen funktionieren, und notieren Schäden, die beim Einzug schon vorhanden sind. Auch hier lohnt sich ein Protokoll mit Fotos, denn es schützt Sie davor, für Schäden zu zahlen, die Sie nicht verursacht haben.

Renovierungs- und Reinigungspflichten klären

Ob Sie die alte Wohnung streichen oder nur besenrein übergeben müssen, steht im Mietvertrag. Bei normaler Abnutzung sind Schönheitsreparaturen in vielen Verträgen an bestimmte Fristen gekoppelt. Aber die rechtliche Lage hat sich geändert, und nicht jede Klausel ist wirksam. Lassen Sie sich im Zweifel von einem Mieterverein oder einer Rechtsberatung helfen, denn die Kosten für einen Malerbetrieb können mehrere hundert Euro betragen. Klären Sie vor dem Umzug, ob der Vermieter eine Renovierung verlangt, und lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich geben.

Unabhängig davon müssen Sie die Wohnung in einem sauberen Zustand hinterlassen. Dazu gehört, dass Sie den Herd reinigen, die Badezimmer putzen, Fensterbänke abwischen und den Boden fegen. Die meisten Mietverträge verlangen eine besenreine Übergabe, also keine groben Verschmutzungen, aber keine grundlegende Reinigung aller Ecken. Putzen Sie die Wohnung am besten am Tag vor der Übergabe oder am Vormittag des Übergabetermins, denn danach fehlt Ihnen die Zeit und der Zugang.

Die ersten Tage in der neuen Wohnung

Am Einzugstag gilt: zuerst das Nötigste bereitstellen. Eine Umzugskiste mit Bettzeug, Handtüchern, Zahnbürste, Medikamenten und einem Wechsel an Kleidung sorgt dafür, dass Sie auch dann gut schlafen können, wenn das Auspacken länger dauert. Stellen Sie außerdem eine Kiste mit Werkzeug, Klebeband, Schere, Kabeln und Lampen bereit, damit Sie nicht nach dem Umzugskarton suchen müssen, in dem diese Dinge zufällig gelandet sind.

In den ersten Tagen kümmern Sie sich um die Dinge, die den Alltag bestimmen: Internetanschluss prüfen, Stromzähler ablesen, die neue Adresse bei allen noch fehlenden Stellen melden und die Nachbarschaft kennenlernen. Hängen Sie Briefkasten und Klingel so schnell wie möglich mit Ihrem Namen aus, damit Post zugestellt werden kann. Die schweren Möbel stellen Sie am besten gleich am Einzugstag an ihren Platz, denn danach ist es mühsam, sie noch zu verschieben. Alles andere kann in Ruhe eingeräumt werden, Zimmer für Zimmer, mit den beschrifteten Kartons als Wegweiser.


Marcel Ziegler

Ich bin Marcel Ziegler, Finanz-Blogger und Gründer von immobilienspot.com. Hier möchte ich allen Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten, kostenlos leicht verständliche Informationen zu Baufinanzierungen, Immobilienkauf und Hausbau anbieten.