Häusersuche ohne Makler: So finden Sie private Angebote

Ich bin Marcel Ziegler, Gründer von immobilienspot.com. Ich helfe Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten.

Suchen Sie auf Immobilienportalen, in Kleinanzeigen und über regionale Kontakte nach privaten Hausangeboten. Nutzen Sie Suchfilter, um die Treffer einzugrenzen. Prüfen Sie trotzdem jedes Inserat: Auch bei einem privaten Angebot kann ein Makler beteiligt sein.

Ohne Makler entfällt die Käuferprovision nur, wenn im konkreten Fall keine Provision geschuldet ist. Notarkosten und Grundbuchkosten fallen an. Dazu kommen die Grunderwerbsteuer und mögliche Sanierungen, die weitere Ausgaben verursachen. Kalkulieren Sie alle Ausgaben von Anfang an und prüfen Sie Haus, Grundstück und Unterlagen sorgfältig.

Private Hausangebote finden

Suchen Sie auf Immobilienportalen nach Filtern wie „von privat“, „privat“ oder „provisionsfrei“. Suchen Sie auch auf Kleinanzeigenplattformen. Achten Sie dort darauf, ob der Anbieter privat oder gewerblich ist, denn beide Arten von Angeboten stehen teils nebeneinander. Verwenden Sie mehrere Suchbegriffe, zum Beispiel „Haus von privat“ oder „direkt vom Eigentümer“. Ergänzen Sie die Suche um „Privatverkauf“ und „ohne Makler“, denn nicht jede passende Anzeige nutzt dieselben Begriffe.

Speichern Sie Ihre Suchanfragen und aktivieren Sie Benachrichtigungen, damit Sie neue Inserate finden, die zu Ihren Kriterien passen. Prüfen Sie die Angebote regelmäßig und halten Sie Ihre Suche flexibel genug, um auch passende Häuser in Nachbarorten zu sehen. Die Trefferzahlen auf Portalen wechseln laufend und sagen wenig darüber aus, wie viele private Häuser insgesamt zum Verkauf stehen.

Ergänzend kommen lokale Zeitungen, Gemeindeblätter, Aushänge und persönliche Kontakte infrage. Sie können auch selbst ein Suchgesuch veröffentlichen. Nennen Sie darin die gewünschte Region, Ihr Budget und die wichtigsten Anforderungen. Diese Wege erweitern die Suche, eine bestimmte Erfolgsquote lässt sich daraus nicht ableiten.

Suchprofil und Budget festlegen

Legen Sie vor der Suche fest, welche Orte und welcher Umkreis infrage kommen, welche Hausgröße Sie benötigen und wie viel Sanierungsbedarf Sie akzeptieren. Notieren Sie auch Ihren gewünschten Einzugstermin und wie kurzfristig Sie Besichtigungen wahrnehmen können. So erkennen Sie schneller, welche Inserate zu Ihrer Situation passen.

Legen Sie fest, wie viel Sie insgesamt ausgeben können. Berücksichtigen Sie neben dem Kaufpreis auch Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Finanzierungskosten. Bei einem älteren Haus kommen häufig Arbeiten hinzu, deren Umfang sich erst nach einer fachlichen Prüfung einschätzen lässt. Wenn Ihr Budget knapp kalkuliert ist, lassen Sie vor einem Angebot klären, welche Sanierungen anstehen.

Maklerkosten richtig einordnen

Ein privates Inserat deutet auf einen Direktverkauf hin. Es beweist allein nicht, dass kein Makler vermittelt oder eine Maklervereinbarung besteht. Fragen Sie, wer den Verkauf organisiert und ob Sie selbst eine Vereinbarung mit einem Makler eingehen sollen. Lesen Sie Bedingungen, bevor Sie kostenpflichtige Unterlagen anfordern oder einen Suchauftrag unterschreiben.

Für Wohnungen und Einfamilienhäuser gelten besondere Regeln zur Maklerkostenverteilung, wenn die Käuferseite als Verbraucher handelt. Beauftragen beide Seiten denselben Makler, müssen sie sich grundsätzlich in gleicher Höhe zur Zahlung verpflichten. Hat nur eine Seite den Makler beauftragt, darf die andere Seite in den gesetzlich erfassten Fällen nur unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten beteiligt werden. Diese Regeln gelten nicht pauschal für jede Immobilie und jede Verkaufskonstellation; bei anderen Objektarten kann der rechtliche Rahmen abweichen.

Wenn kein Makler beteiligt ist und kein provisionspflichtiger Vertrag besteht, fällt keine Käuferprovision an. Daraus folgt nicht automatisch ein niedrigerer Kaufpreis. Vergleichen Sie deshalb den Preis und den Zustand des Hauses unabhängig von der Frage, ob ein Makler beteiligt ist.

Unterlagen und Haus prüfen

Fragen Sie vor der Besichtigung, ob die Person, die das Haus verkauft, Eigentümerin oder Eigentümer ist oder eine Verkaufsvollmacht hat. Bitten Sie außerdem um Angaben dazu, wie Wohnfläche und Grundstücksgröße ermittelt wurden. Erkundigen Sie sich auch nach Umbauten und bekannten Schäden. Fragen Sie nach Bauunterlagen und Grundrissen. Bitten Sie zudem um Rechnungen zu Modernisierungen und einen gültigen Energieausweis. Beim Verkauf muss der Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. Findet keine Besichtigung statt, muss er unverzüglich vorgelegt werden, spätestens auf Nachfrage.

Prüfen Sie bei der Besichtigung Dach, Fenster, Heizung und sichtbare Feuchtigkeit. Achten Sie auch auf Gerüche, Risse und Hinweise auf frühere Reparaturen. Ein guter erster Eindruck ersetzt keine Prüfung durch eine Baufachperson. Bei älteren Häusern, erkennbaren Schäden oder größeren geplanten Investitionen lohnt sich eine unabhängige Fachperson.

Auch Grundstück und Umfeld gehören zur Prüfung. Klären Sie, ob das Grundstück eine gesicherte Zufahrt und die nötigen Versorgungsanschlüsse hat. Prüfen Sie auch, wo die Grundstücksgrenzen verlaufen und ob Rechte oder behördlich eingetragene Pflichten, sogenannte Baulasten, die Nutzung einschränken. Prüfen Sie die Umgebung zu unterschiedlichen Tageszeiten. Wenn Hinweise auf Altlasten bestehen, fragen Sie bei der zuständigen Stelle nach dem örtlichen Altlastenregister.

Vom Angebot zum Notartermin

Klären Sie zunächst die Finanzierung und lassen Sie sich den Finanzierungsbedarf einschließlich Nebenkosten und geplanter Arbeiten bestätigen. Prüfen Sie anschließend alle Angaben zum Haus und Grundstück. Verlassen Sie sich weder auf die Beschreibung im Inserat noch auf mündliche Zusagen, wenn wichtige Punkte durch Unterlagen belegt werden können.

Ein Grundstückskaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Lesen Sie den Vertragsentwurf rechtzeitig und klären Sie offene Fragen vor der Unterschrift mit der Notarin oder dem Notar. Nach der Beurkundung zahlen Sie den Kaufpreis erst, wenn die notarielle Fälligkeitsmitteilung vorliegt. Sie bestätigt, dass die vereinbarten Voraussetzungen für die Zahlung erfüllt sind. Anschließend zahlen Sie unter anderem die Grunderwerbsteuer. Danach wird das Eigentum im Grundbuch auf Sie umgeschrieben.

Warnzeichen bei privaten Hausangeboten

Seien Sie vorsichtig, wenn ein Angebot auffällig günstig ist, Angaben widersprüchlich sind oder die verkaufende Person Druck macht. Prüfen Sie, ob die Person tatsächlich berechtigt ist, das Haus zu verkaufen. Senden Sie unbekannten Anbietern keine Ausweiskopie und keine sensiblen Finanzdaten, bevor Sie geprüft haben, wer die Person ist und in welcher Funktion sie handelt.

Zahlen Sie nichts im Voraus, wenn es dafür nur informelle Zusagen gibt. Die Kaufpreiszahlung richtet sich nach dem notariellen Vertrag und der Fälligkeitsmitteilung. Wenn Zahlungsforderungen, Verkaufsablauf oder Identität der anbietenden Person nicht zusammenpassen, setzen Sie den Kontakt aus und klären Sie die offenen Punkte.


Marcel Ziegler

Ich bin Marcel Ziegler, Finanz-Blogger und Gründer von immobilienspot.com. Hier möchte ich allen Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten, kostenlos leicht verständliche Informationen zu Baufinanzierungen, Immobilienkauf und Hausbau anbieten.