Bausparvertrag: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ich bin Marcel Ziegler, Gründer von immobilienspot.com. Ich helfe Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten.

Mit einem Bausparvertrag legen Sie regelmäßig Geld für einen späteren Kauf, Bau oder eine Modernisierung zurück. Wenn Sie die Vertragsbedingungen erfüllen, können Sie zusätzlich ein Darlehen zu einem vorher vereinbarten Zinssatz aufnehmen. Die Bausparsumme setzt sich aus Ihrem Guthaben und dem möglichen Darlehen zusammen.

Ob sich der Vertrag lohnt, hängt davon ab, wann Sie das Geld brauchen, welche Kosten anfallen und ob Sie das Darlehen nutzen. Bei Vertragsabschluss lässt sich der Auszahlungstermin nicht verbindlich festlegen.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Der Vertrag hat drei Phasen. In der Sparphase zahlen Sie Beiträge ein und sparen Guthaben an. Sind die Vertragsbedingungen erfüllt und ist der Vertrag an der Reihe, folgt die Zuteilung. Danach können Sie sich das Guthaben auszahlen lassen und das Bauspardarlehen beantragen.

Das mögliche Darlehen entspricht der Differenz zwischen Bausparsumme und angespartem Guthaben. Die Bausparsumme besteht also nicht nur aus einem Kredit. Wie viel Sie mindestens ansparen müssen und wie Sie das Darlehen zurückzahlen, steht im jeweiligen Tarif.

Was bedeutet „zuteilungsreif“?

Ein Vertrag ist zuteilungsreif, wenn er die Bedingungen des Tarifs erfüllt. Dazu gehören häufig ein bestimmtes Mindestguthaben und eine ausreichende Bewertungszahl. Die Bewertungszahl bestimmt, an welcher Stelle der Vertrag in der Gemeinschaft der Bausparer steht. Wie sie berechnet wird und welche weiteren Bedingungen gelten, steht in den Allgemeinen Bausparbedingungen, kurz ABB.

Auch wenn der Vertrag zuteilungsreif ist, wird das Geld nicht unbedingt sofort ausgezahlt. Die Bausparkasse muss die Zuteilung aus den verfügbaren Mitteln finanzieren und die vertraglich festgelegte Reihenfolge einhalten. Ein bei Vertragsabschluss genannter Zeitpunkt ist deshalb eine Prognose und keine verbindliche Zusage.

Wann lohnt sich Bausparen?

Ein Bausparvertrag kann sinnvoll sein, wenn Sie voraussichtlich Geld für ein Vorhaben rund ums Wohnen brauchen. Der festgelegte Darlehenszins gibt Ihnen Planungssicherheit, zum Beispiel für eine spätere Sanierung oder Modernisierung. Auch eine mögliche staatliche Förderung können Sie in die Rechnung einbeziehen.

Der Vertrag passt weniger gut, wenn Sie vor allem eine Geldanlage mit hoher Rendite suchen oder das Geld zu einem festen, nahen Termin brauchen. In der Sparphase zahlen Sie Abschlusskosten. Je nach Tarif sind die Guthabenzinsen niedrig. Außerdem ist ungewiss, wie lange Sie bis zur Zuteilung warten. Der Darlehenszins ist nur dann ein Vorteil, wenn Sie das Darlehen brauchen und seine Gesamtkosten günstiger sind als die dann verfügbaren Finanzierungen.

Prüfen Sie vor dem Abschluss, wann Sie das Geld voraussichtlich brauchen, wie viel Geld Ihnen für die Finanzierung noch fehlt und wie hoch die monatliche Darlehensrate wäre. Vergleichen Sie neben dem Darlehenszins auch Guthabenzins, Gebühren, Mindestansparung, Tilgung und Laufzeit.

Welche Kosten hat ein Bausparvertrag?

Die Abschlussgebühr richtet sich häufig nach der Bausparsumme. Als verbreitete Größenordnung werden etwa 1 bis 1,6 Prozent genannt; maßgeblich ist die konkrete Angabe im Angebot. Prüfen Sie, welche Gebühr tatsächlich für Ihren Tarif gilt und wann die Bausparkasse sie einbehält.

Achten Sie auch auf laufende Entgelte und mögliche Kosten während der Darlehensphase oder für Sonderleistungen. Der Bundesgerichtshof erklärte 2022 eine bestimmte vorformulierte Jahresgebühr von 12 Euro während der Sparphase für unwirksam. Das gilt nicht automatisch für jedes Entgelt in jedem Vertrag. Lassen Sie sich deshalb alle Kosten einzeln aufführen und prüfen Sie die Vertragsbedingungen.

Muss ich das Darlehen nutzen?

Nach der Zuteilung müssen Sie das Darlehen meist nicht aufnehmen. Je nach Tarif können Sie sich das Guthaben auszahlen lassen, das Darlehen beantragen oder den Vertrag fortführen. Prüfen Sie vorher die ABB und die Zuteilungsmitteilung.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Bonuszinsen, Treueprämien und Gebührenerstattungen. Bei manchen Tarifen hängt der Anspruch davon ab, ob Sie das Darlehen nutzen oder ausdrücklich darauf verzichten. Eine vorschnelle Erklärung kann daher finanzielle Folgen haben.

Bekomme ich das Darlehen automatisch?

Nein. Nach der Zuteilung können Sie ein Bauspardarlehen beantragen. Die Bausparkasse prüft den Antrag trotzdem. Dabei prüft sie unter anderem Ihre Bonität und verlangt geeignete Sicherheiten. Für die Verwendung des Darlehens gelten gesetzliche und vertragliche Vorgaben.

Berechnen Sie deshalb vorher die Rate und die Tilgung. Ein günstiger Tarifzins zeigt allein noch nicht, ob die Finanzierung insgesamt aufgeht. Reicht das Bauspardarlehen nicht aus, planen Sie auch die Kosten für den fehlenden Betrag ein.

Welche Förderung gibt es für Bausparverträge?

Für Bausparerinnen und Bausparer können vor allem die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmer-Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen relevant sein. Für beide Förderungen zählen unter anderem Ihr zu versteuerndes Einkommen und die Verwendung des Geldes. Prüfen Sie die Voraussetzungen für Ihren Vertrag und Ihre Einzahlungen jeweils getrennt.

Die Wohnungsbauprämie beträgt 10 Prozent der berücksichtigungsfähigen Aufwendungen. Es gelten Einkommensgrenzen, die sich nach dem Familienstand richten. Für die berücksichtigungsfähigen Aufwendungen gelten jährliche Höchstbeträge. Die Höhe der Prämie ist dadurch begrenzt. Für seit 2009 abgeschlossene Verträge ist die Förderung grundsätzlich an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Es gibt gesetzliche Ausnahmen, etwa für bestimmte Verträge, die vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen wurden und mindestens sieben Jahre bestanden haben. Den Antrag stellen Sie grundsätzlich bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Sparjahr bei der Bausparkasse.

Bei vermögenswirksamen Leistungen beträgt die Arbeitnehmer-Sparzulage für bestimmte Bauspar- und wohnungswirtschaftliche Anlagen 9 Prozent auf höchstens 470 Euro jährlich. Das ergibt eine maximale Zulage von 42,30 Euro pro Jahr. Die Einkommensgrenze beim zu versteuernden Einkommen hängt von der Veranlagungsart ab. Für den Antrag und die Auszahlung gelten weitere Voraussetzungen. Lassen Sie prüfen, welche Einzahlungen in Ihrem Fall gefördert werden. Nicht jede Förderung gilt automatisch für alle Beiträge gleichzeitig.

Wie kündige ich den Bausparvertrag?

Sie können Ihren Bausparvertrag grundsätzlich kündigen. Kündigungsfrist und Auszahlung richten sich nach den ABB. Häufig dauert es etwa drei bis sechs Monate, bis das Geld ausgezahlt wird. Maßgeblich ist die Frist in Ihren Vertragsunterlagen.

Vor der Kündigung sollten Sie klären, ob Sie einen Bonus oder den Darlehensanspruch verlieren und ob eine Förderung zurückgezahlt werden muss. Die Abschlussgebühr wird bei einer vorzeitigen Kündigung in der Regel nicht erstattet. Wenn der Vertrag bereits zuteilungsreif ist, prüfen Sie auch, ob eine Auszahlung des Guthabens ohne Kündigung möglich ist.

Kann die Bausparkasse kündigen?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Die Bausparkasse kann kündigen, wenn Sie vereinbarte Sparbeiträge nicht zahlen oder das Guthaben die Bausparsumme erreicht oder überschritten hat. Nach der Rechtsprechung ist eine Kündigung grundsätzlich auch zehn Jahre nach Eintritt der Zuteilungsreife möglich. Die Verbraucherzentrale nennt dafür eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Ob diese Regeln für Ihren Vertrag gelten, hängt von den Vertragsbedingungen und Ihrem Einzelfall ab.

Bei einem gut verzinsten Altvertrag sollten Sie Schreiben und Formulare der Bausparkasse genau lesen, bevor Sie etwas unterschreiben. Eine Erklärung zur Zuteilung oder zum Verzicht auf das Darlehen kann sich auf Bonusansprüche auswirken. Bei strittigen Kündigungen oder unklaren Bonusbedingungen ist eine Beratung durch eine Verbraucherzentrale sinnvoll.

Was unterscheidet Bausparen von einer Sofortfinanzierung?

Beim klassischen Bausparvertrag sparen Sie zuerst Guthaben an. Erst nach der Zuteilung kommt das Darlehen infrage. Bei einer Vor- oder Zwischenfinanzierung nehmen Sie schon vorher einen Kredit auf. Später soll die Bausparsumme diesen Kredit ablösen.

Wenn Sie solche Angebote vergleichen, berechnen Sie die Gesamtkosten. Berücksichtigen Sie die Zinsen und Gebühren des vorgezogenen Kredits, Ihre Sparbeiträge, die spätere Ablösung und die Rückzahlung des Bauspardarlehens. Ein beworbener Einzelzins zeigt nicht, was die gesamte Finanzierung kostet.


Marcel Ziegler

Ich bin Marcel Ziegler, Finanz-Blogger und Gründer von immobilienspot.com. Hier möchte ich allen Menschen, die eine Immobilie erwerben, ein Haus bauen oder Ihr Geld in Immobilien anlegen möchten, kostenlos leicht verständliche Informationen zu Baufinanzierungen, Immobilienkauf und Hausbau anbieten.