Riester Bausparen

So funktioniert ein Riester Bausparvertrag

Das Riester-Bausparen ist ein Bausparvertrag, der als Riester-Produkt mit staatlicher Förderung eine Säule zur privaten Altersvorsorge bildet. Der Staat möchte mit dieser Form der Baufinanzierung das mietfreie Wohnen im Alter fördern. Diese Unterstützung kommt für alle die besonders gelegen, die sowieso planen ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung für die Zukunft zu erwerben. Wer ein paar Regeln beachtet, spart dabei nicht nur Steuern, sondern erhält Jahr für Jahr finanzielle Zuschüsse vom Staat obendrauf.

Der Unterschied zum normalen Bausparvertrag

Wohnriester

So wie ein klassischer Bausparvertrag ist das Riester-Bausparen unterteilt in eine Sparphase plus eine anschließende Darlehensoption. Dabei fließen die Beiträge und Zulagen automatisch in die Tilgung des Darlehens, was die Zinsbelastung senkt. Im Vertrag muss die Tilgung spätestens bis zum Alter von 68 Jahren des Kunden geregelt werden. Mit Renteneintritt werden dann mit der sogenannten nachgelagerten Besteuerung die Abgaben an den Staat fällig. Zwar ist es auch möglich, die Darlehensoption nicht in Anspruch zu nehmen, so dass man stattdessen im Ruhestand eine Rente ausgezahlt bekommt, diese Variante gilt aber aufgrund der geringen Verzinsung als nicht rentabel.

Fördervoraussetzungen

Alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, dürfen einen Riester-Bausparvertrag abschließen. Ausgeschlossen sind Selbständige, sowie Angestellte in Berufsgruppen, die über berufsständische Versorgungswerke versichert sind. Wer deshalb normalerweise von der Förderung ausgeschlossen, aber mit einem Arbeitnehmer verheiratet ist, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, ist als Ehepartner trotzdem mittelbar begünstigt. Wenn eine mittelbar begünstigte Person einen Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr in die Rentenkasse einzahlt, erhält sie ebenfalls die volle staatliche Förderung zum Riestervertrag. Pro Erwachsenem beläuft sich die volle Förderung auf 154 Euro pro Jahr und pro Kind in der Familie 185 Euro bzw. 300 Euro, wenn es nicht vor 2008 geboren wurde. Die Bedingung für die maximale Förderung ist, dass pro Jahr mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens, jedoch maximal 2.100 Euro einschließlich der Zulage, in den Riestervertrag eingezahlt werden müssen. Weil diese Einzahlungen in den Riestervertrag steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden können, ist dies auch für Einkommenstarke attraktiv. Werden weniger als vier Prozent des Vorjahreseinkommens eingezahlt, gibt es Abstriche bei den Zulagen.

Nachgelagerte Besteuerung

Da mit dem Riester-Bausparen kein Vorsorgekapital aufgebaut wird, sondern das Geld in die Tilgung eines Immobiliendarlehens fließt, wird ein fiktives Wohnförderkonto eingerichtet, um später die fälligen Steuern ermitteln zu können. In diesem Konto werden alle Zulagen und Tilgungen vermerkt und jährlich mit zwei Prozent verzinst. Mit Rentenbeginn muss die dann ermittelte Steuerschuld sofort oder wahlweise in Raten über mehrere Jahre beglichen werden. Wer sofort alle Steuern zahlt, erhält einen Abschlag von 30 Prozent der Summe. Die nachgelagerte Besteuerung ist in den meisten Fällen deshalb vorteilhaft, weil sie mit dem Steuersatz bei Renteneintritt errechnet wird, der meist deutlich unter dem Steuersatz aus Zeiten der Erwerbstätigkeit liegt.

Bedingungen für die finanzierte Immobilie

Im Gegenzug zur Förderung durch den Staat unterliegt die Nutzung der besparten Immobilie strengen Bedingungen. Demnach ist die Wohnung oder das Haus dauerhaft und unbefristet selbst zu bewohnen. Ein Verkauf ist nur möglich, wenn innerhalb einer bestimmten Frist in eine neue Immobilie zur Selbstnutzung investiert wird. Eine Vermietung ist in der Regel ebenfalls untersagt.

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