Wie Funktioniert Wohnriester

Ein Haus als Altersvorsorge

Das selbst genutzte Eigenheim wird als Altersvorsorge staatlich gefördert - aber wie funktioniert Wohnriester eigentlich genau? Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Förderung und einige wesentliche Unterschiede zu anderen Formen der Riester-Rente, die man wissen sollte, bevor man sich für die Eigenheimrente entscheidet.

Immobilien als wichtige Säule der Altersvorsorge

Wohnriester

Das mietfreie Wohnen im Alter gilt als eine wichtige Säule zur Sicherung des Lebensstandards nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben. Da ist es nur folgerichtig, dass der Gesetzgeber auch die Finanzierung eines selbst genutzten Hauses oder einer Eigentumswohnung in die Förderung durch die Altersvorsorgezulage, besser bekannt als Riester-Rente, einbezieht.

Die Förderung ist nach der gesetzlichen Definition der Eigenheimrente auf zwei Arten möglich: Entweder wird aus einem bereits bestehenden Riester-Vertrag Geld entnommen und zur Tilgung eines Immobilienkredits verwendet, oder bestimmte Darlehensverträge wie zum Beispiel ein Annuitätendarlehen oder das Bausparen werden direkt gefördert.

Gefördertes Guthaben zur Tilgung verwenden oder Darlehen direkt fördern

Wer bereits ein Guthaben angespart hat, das nach den Regeln der Riester-Rente gefördert wurde, kann dieses Geld einsetzen, um einen Kredit zurückzuzahlen, den er für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie aufgenommen hat. Kauf und Kredittilgung können zeitlich auseinanderfallen, und der entnommene Betrag muss auch nicht wieder in den Riester-Vertrag eingezahlt werden. Kurz gesagt wird Guthaben, das eigentlich für eine Altersrente vorgesehen war, zur Verminderung der Belastung aus dem Immobilienkredit verwendet. Im Ergebnis bleibt ein höheres verfügbares Alterseinkommen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, ein Annuitätendarlehen, einen Bausparvertrag oder ein Vorfinanzierungsdarlehen (Bausparkombivertrag) direkt zu fördern. Die Beträge werden dann genauso behandelt, als würden sie in einen Riester-Sparvertrag eingezahlt und entsprechend gefördert.

Steuerpflicht beachten

Eine wichtige Frage bei der Entscheidung für oder gegen die Eigenheimrente ist: Wie funktioniert Wohnriester hinsichtlich der Besteuerung? Wie bei allen Formen der geförderten Altersvorsorge ist im Einkommensteuergesetz eine nachgelagerte Steuer vorgesehen. Das bedeutet, dass die Beiträge aus unversteuertem Einkommen entnommen werden, die Leistung aber später, wenn für die meisten Menschen die Steuersätze geringer sind, versteuert werden muss.

Was bei einem Sparvertrag recht einfach ist, geht bei der Eigenheimrente nur über den komplizierten Weg des Wohnförderkontos. Über dieses Konto werden alle geförderten Tilgungsleistungen und die Zulagen verbucht. Dem Betrag auf dem Wohnförderkonto werden während der Ansparphase jährlich 2 % hinzugerechnet. Die Erklärung, warum das so ist, ist einleuchtend: Der Häuslebauer verfügt bereits viel früher über sein Riester-Guthaben, als es die Sparer zum Beispiel bei einer geförderten Rente tun. Mit dem Zuschlag wird eine Ungleichbehandlung vermieden.

Die nachgelagerte Besteuerung folgt in der Auszahlungsphase. Spätestens mit dem 68. Lebensjahr wird das Wohnförderkonto aufgelöst und das errechnete Guthaben zur Bemessung der Steuer auf die Zeit zwischen Beginn der Auszahlung und dem 85. Lebensjahr des Steuerpflichtigen verteilt. Alternativ kann er sich aber auch für eine Einmalbesteuerung entscheiden.

Gefördertes oder ungefördertes Darlehen?

Die Frage, wie funktioniert Wohnriester für meine eigene Lebensplanung, kann nur individuell beantwortet werden. Ob sich Wohnriester lohnt, welche Möglichkeit der Besteuerung günstiger ist und ob überhaupt Steuer anfällt, hängt von den persönlichen Verhältnissen und den sonstigen Einkünften ab. Neben dem steuerlichen Aspekt sollten Sie aber auch weitere Einschränkungen beachten. Wer die Immobilie nicht selbst nutzt, muss unter Umständen die erhaltene Förderung auch im hohen Alter noch zurückzahlen. Zudem müssen trotz des mietfreien Wohnens noch ausreichend Geldmittel zum Beispiel für Reparaturen und Nebenkosten vorhanden sein.

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