Rohbau

Aus einem guten Rohbau wird ein festes Haus

Unter einem Rohbau versteht man ein Gebäude, dass zwar äußerlich bereits fertig gebaut ist, bei dem es jedoch noch keine Innenausbauten gibt. Zum Rohbau gehören Fundament und Keller sowie das Mauerwerk. Das Mauerwerk besteht aus den Außenwänden, den Innenwänden und, wenn vorgesehen, dem gemauerten Schornstein. Den Rohbau vervollständigen Dach, Fassade und Treppen.

Auf festem Fundament

Haus bauen/kaufen

Ganz gleich, welchen Haustyp der Bauherr bauen will, zuerst muss der Baugrund vorbereitet werden. Danach können beim Bauen einzelne Schritte folgen. Die Grube muss als Raum für den Keller ausgehoben werden. Soll das Haus dagegen auf einer Bodenplatte aufgebaut werden, muss dafür die Gründung aufgebracht und dann verdichtet werden. Damit die Lasten des späteren Hauses gleichmäßig auf den Untergrund übertragen werden, gibt es Fundamente. Beim Rohbau von Einfamilienhäusern werden meist Streifenfundamente verwendet. Darüber hinaus gibt es Rechteckfundamente und Plattenfundamente. Meistens bestehen sie aus Stahlbeton. Als geringste Fundamentdicke müssen nach DIN- Norm als Rohbaumaß mindestens 0,5 m eingehalten werden. Art und Dicke des Fundaments hängen außerdem von der Beschaffenheit des Bodens ab. Für das Fundament muss die Gründungstiefe unter der Frostgrenze liegen. Sonst bilden sich bereits beim Rohbau Schäden, etwa durch Frostlinsen.

Das Mauerwerk

Im Hausbau unterscheidet man zwischen einschaligem und zweischaligem Mauerwerk und dem Verblendmauerwerk. Zusammengefügt werden die Wände des Mauerwerks aus Mauersteinen und Mörtel. Wie dicht das Mauerwerk werden muss, hängt von der Statik ab und davon, welche Anforderungen Wärme- und Schalldämmung erfüllen müssen. Eine fachgerechte Wärme- und Schalldämmung sowohl der Wände als auch der Decken ist besonders wichtig. Sie legt die Grundlagen für das sichere und gesunde Wohnen. Deswegen machen sich viele Bauherren bereits vor der Grundsteinlegung Gedanken, welches Material sie für das Mauerwerk einsetzen wollen. Ziegel sind traditionell sehr beliebt. Allerdings gibt es auch Alternativen, wie etwa Porenbeton oder Kalksandstein.

Heute werden durchlochte Steine, so genannte Lochziegel, als Planziegel angeboten. Sowohl die obere als auch die untere Auflagefläche sind hier plan geschliffen. Lochziegel sparen Gewicht und sind gut zur Wärmedämmung. Eine weitere Variante zur besseren Wärmedämmung sind Ziegel, bei denen das Inneres gefüllt ist. Die Dämmung besteht zum Beispiel aus Perlit. Das ist ein Vulkangestein. Eine zusätzliche Dämmung ist oft nicht nötig. Kalkstein hat sich beim Schallschutz bewährt und ist statisch gut belastbar. Dafür ist er schwerer, eine zusätzliche Dämmschicht ist nötig. Gut für Hausbauer, die selbst mit anfassen, ist Porenbeton. Allerdings enthält dieser Stein gar keinen Beton. Er besteht aus Quarzsand, Kalk oder Zement, Wasser und etwas Aluminiumpulver. Zu 80 Prozent jedoch besteht der Stein aus Luftporen. Das macht seine gute Wärmedämmung aus.

Decken der Geschosse

Massive Decken gibt es als Montagedecken oder sie werden vor Ort aus Beton gefertigt. Vor Ort hergestellte Decken können zwar besser an die Form des Grundrisses angepasst werden. Dafür kommen fertig gelieferte Montagedecken ganz ohne eine Verschalung aus. Deshalb ist die Bauzeit wesentlich kürzer. Neben Betondecken kommen zunehmen Holzbalkendecken zum Einsatz. Beim Baus von Einfamilienhäusern sind sie fast schon der Normalfall. Der Einbau einer Fertigteildecke geht schnelle. Sie besteht aus fertigen Elementen, die mit Kränen an der Baustelle montiert werden. Die Volldecke ist die dritte Variante. Dabei handelt es sich um eine bereits vollständig vorgefertigte Decke aus Fertigbeton. Sie muss auf der Baustelle noch montiert werden. Das hohe Gewicht ist hier der Nachteil. Dafür ist eine Volldecke bereits ausgetrocknet. Das bringt zügigen Baufortschritt.

Nicht zuletzt: Das Dach

Schönes Bauen zeigt sich am Dach. Ein Sparrendach ist einfach und kostengünstig. Die Balken stehen schräg zueinander. Die Sparren sind unten und oben an einem so genannten Widerlager befestigt. An den Außenwänden wird so die Last abgeleitet. Der Vorteil besteht darin, dass das Dach innen vollständig genutzt werden kann. Allerdings ist es statisch nicht unbegrenzt belastbar. Mehr als acht Meter sollte die Gebäudetiefe nicht betragen. Mehr Stabilität bringt ein Kehlbalkendach. Dabei werden gegenüberliegende Sparrenpaare miteinander durch Querbalken verbunden.

Das Pfettendach ist ein weiteres Konstruktionsprinzip. Das statische Gerüst besteht hier aus waagerechten Pfetten. Darauf liegen die geneigten Sparren auf. Anders als bei einem Sparrendach wird die Last anstatt über die Wände auch über die Decke zum Geschoss darunter abgeführt. Bei einem Flachdach dagegen ist die Decke des obersten Geschosses ein Teil der Dachkonstruktion. Sein Nachteil: Hier muss ganz besonderes Augenmerk auf die Abdichtung und auf die Dämmung gelegt werden.

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