Mietkauf Anbieter

Mietkauf: Welche Anbieter gibt es?

Der Immobilienerwerb per Miete ist unter Experten umstritten, umso mehr gilt es beim Mietkauf, die Anbieter und ihre jeweiligen Finanzierungsmodelle genau unter die Lupe zu nehmen. Je nach Anbieter gibt es außerdem bestimmte Aspekte und Vertragskonditionen, die näherer Betrachtung verdienen. Bei privaten Verkäufern sind das beispielsweise Klauseln, die den Mieter zur Übernahme der Unterhaltungskosten verpflichten. Baugenossenschaften hingegen wird immer wieder vorgeworfen, für ihre Objekte unverhältnismäßig hohe Nutzungsgebühren zu verlangen, um dem Kunden den Ausstieg aus dem Vertrag zu erschweren. Bedenken sollten Interessenten auch, dass das Mietkaufmodell bei Weitem nicht die günstigste Form der Baufinanzierung ist, auch wenn der eine oder andere Immobilienvermittler das Gegenteil behauptet.

Mietkauf bei Baugenossenschaften

Mietkauf

Der Mietkauf, wie Anbieter ihn bewerben, klingt eben so simpel wie vorteilhaft: Mieter und Vermieter vereinbaren die Übereignung der Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise in zehn oder fünfzehn Jahren. Bis dahin bezahlt der zukünftige Eigentümer einen monatlichen Mietzins, der auf den Kaufpreis des Objekts angerechnet wird. Den zum Gesamtpreis fehlenden Betrag muss er parallel dazu anzusparen. Meist geschieht das in Form eines Sparvertrags oder indem der Mieter Genossenschaftsanteile der betreffenden Gesellschaft erwirbt. Die Finanzierung findet also ohne Zuhilfenahme einer Bank statt und der Mieter muss sich nicht verschulden. So sollen auch einkommensschwache Verbraucher oder Familien ohne Eigenkapital ein Einfamilienhaus oder eine attraktive Wohnung erwerben können. Selbst wen ihre Kreditanträge von Banken zuvor abgelehnt wurden.

Vom Prinzip her ähnelt das Mietkaufmodell der Baugenossenschaften dabei dem klassischen Bausparen, bei dem mit den Einlagen der neu hinzugekommenen Mitglieder die Baudarlehen jener Sparer realisiert werden, deren Verträge bereits zuteilungsreif sind. Im Gegensatz zu den etablierten Bausparkassen mit ihren vielen Tausend Mitgliedern, handelt es sich bei den Mietkaufgenossenschaften meist um relativ junge und kleine Unternehmen. Verbraucherschützer bezweifeln daher, dass Kunden bei Insolvenz der Firma wirklich abgesichert sind. In diesem Fall hätten sie während ihrer Mitgliedschaft weder eine Wohnung erwerben können, noch erhielten sie ihre Spareinlagen zurück. Außerdem sind die Mieten oft vergleichsweise hoch, sodass sie sich nur rentieren, wenn die Wohnung später auch wirklich gekauft wird.

Verträge zwischen Privatpersonen

Beim privaten Mietkauf können die Anbieter meist nur über den Kleinanzeigenteil der Zeitung oder über Onlineinserate ermittelt werden. Interessierte sollten jedoch bedenken, dass es sich bei den derart angebotenen Immobilien oft um Häuser oder Wohnungen handelt, die schon lange zum Verkauf stehen, weil sie beispielsweise in hohem Maße sanierungsbedürftig sind. Echte Schnäppchen sind darunter selten zu finden. Hinzu kommt, dass private Verkäufer von ihren Freiheiten hinsichtlich der Vertragsgestaltung gerne Verbrauch machen. Vonseiten des Gesetzgebers gibt es in diesem Bereich nämlich kaum verbindliche Vorgaben. Das führt oft zu Verträgen, die dem Mieter enorme finanzielle Belastungen aufhalsen, ohne dass er wirklich Eigentümer des Objekts ist.

Gängig sind beispielsweise Klauseln, die den Mieter zu umfangreichen Instandhaltungsarbeiten oder der Übernahme sämtlicher Unterhaltungskosten der Immobilie verpflichten. Können die hohen Mietzinsen dann nicht mehr beglichen werden oder bleiben die vereinbarten Leistungen in puncto Renovierung aus, kann der Vermieter den Vertrag kündigen und das Objekt wieder für sich beanspruchen. Schließlich bleibt er bis zur endgültigen Bezahlung des vereinbarten Kaufpreises als rechtlicher Eigentümer des Objekts im Grundbuch stehen. Im Gegenzug jedoch haben Mietkäufer, die eine Kaufverpflichtung unterschrieben haben, keine Möglichkeit vom Kauf zurückzutreten. Private Mietkaufverträge sollten daher stets einem Anwalt zur Beurteilung vorgelegt werden.

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