Lohnt sich Bausparen

Bausparvertrag: Wann lohnt er sich?

Lohnt sich Bausparen? Diese Frage stellen sich viele Sparer spätestens, wenn die Hausbank ihnen einen Bausparvertrag anbietet. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Mit einem solchen Vertrag gehen Vor- und Nachteile einher. Es kommt zudem darauf, ob Sparer staatliche Förderungen erhalten.

Die besondere Art der Baufinanzierung

Bausparen

Die grundlegende Funktionsweise des Bausparens hört sich attraktiv an. In der ersten Phase sparen Verbraucher Geld an und verbuchen auf das Guthaben Zinsen. In der zweiten Phase können sie ein günstiges Baudarlehen nutzen, die Zinsen stehen bereits bei Vertragsabschluss fest. Das garantiert Planungssicherheit. Zudem haben Sparer dank des Vertrags bereits Eigenkapital, das erleichtert die Finanzierung eines Hausbaus oder Hauskaufs.

Um die finanzielle Attraktivität eines Bausparvertrags zu bewerten, bedarf es aber einer umfassenden Rechnung. In einer Niedrigzinsphase wie jetzt bieten Bausparkassen auf das Sparguthaben zum Beispiel nur niedrige Zinsen. Diese liegen zum Teil unter der Inflationsrate. Im Klartext bedeutet das: Das Vermögen verliert an Wert. In einem solchen Fall kann es sich als besser erweisen, das Geld renditeträchtiger anzulegen. Dafür kommen unter anderem konservative Aktienfonds oder Mischfonds infrage, die sich durch ein ansprechendes Verhältnis aus Sicherheit und Renditechancen auszeichnen. In die Berechnung sollte auch die Abschlussgebühr einfließen, die in der Regel 1 % bis 1,6 % der Bausparsumme beträgt. Diese Gebühr verringert die oftmals niedrige Rendite von Bausparverträgen zusätzlich.

Staatliche Förderungen machen Bausparen attraktiv

Lohnt sich Bausparen für mich? Bei der Beantwortung dieser Frage sollten Verbraucher auch die staatlichen Förderungen für Bausparverträge berücksichtigen. Erstens können sie einen Vertrag für vermögenswirksame Leistungen durch den Arbeitgeber nutzen. Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich zum Lohn einen Betrag direkt auf das Bausparkonto ein. Verdienen Einzelveranlagte höchstens 17.900 Euro im Jahr beziehungsweise Zusammenveranlagte höchstens 35.800 Euro jährlich, legt der Staat mit der Arbeitnehmersparzulage einen Zuschuss obendrauf. Er beträgt alle zwölf Monate 9 % aus bis zu 470 Euro Sparbeiträgen, also bis zu 43 Euro.

Zweitens unterstützt der Staat das Bausparen mit der Wohnungsbauprämie. Diese Förderung leistet er unabhängig von einem Beschäftigungsverhältnis. Sparer müssen nur mindestens 16 Jahre alt sein, mindestens 50 Euro im Jahr auf den Vertrag einzahlen und sie dürfen die Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Diese betragen 25.600 Euro für Einzelveranlagte und 51.200 Euro bei einer gemeinsamen Veranlagung. Bei einer Einzelperson überweist der Staat einen jährlichen Zuschuss von 8,8 % aus einem Höchstbetrag von 512 Euro. Erreichen Sparer im Jahr den Wert von 512 Euro, wobei hierfür sowohl Sparleistungen als auch Zinszahlungen zählen, verzeichnen sie einen Zuschuss von 45,06 Euro. Ehepaaren gewährt der Staat die doppelte Förderung. Wann lohnt sich Bausparen? Bei einem Anspruch auf die Wohnungsbauprämie zahlen sich Bausparverträge fast immer aus. Das gilt erst recht, wenn Sparer zusätzlich die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage erfüllen.

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