Hausfinanzierung Beispiel

Hausfinanzierung solide gestalten

Eine beispielhafte Hausfinanzierung, wie sie Immobilienmakler, Bauträger oder Banken Ihren Kunden vorrechnen, wirkt oft sehr einfach. Günstige Preise für Grundstücke und sehr niedrige Bauzinsen rücken den Traum vom Eigenheim scheinbar auch für Menschen in greifbare Nähe, deren Einkommen bislang für eine solide Finanzierung nicht ausreichte. Lassen Sie sich von einer solchen Beispielrechnung aber nicht zu voreiligen Entscheidungen verführen. Der Traum vom Haus kann schnell zum Albtraum werden, wenn Sie sich mit der Finanzierung übernommen haben und schlimmstenfalls die Zwangsversteigerung droht.

Erster Schritt: Eigenkapital und verfügbares Einkommen bestimmen

Hausfinanzierung

Zunächst sollten Sie klären, welche Eigenmittel Sie für den Immobilienerwerb einsetzen können, also wieviel Geld Sie schon gespart haben. Beziehen Sie nur das Geld ein, über das Sie auch verfügen können. Eine Lebens- oder Rentenversicherung, die Sie für Ihre Altersversorgung eingeplant haben, sollten Sie nicht kündigen. Haben Sie dagegen einen längerfristigen Sparplan bei einer Bank, lohnt es sich zu rechnen: Meist sind die gesparten Kreditzinsen höher als der Zinsverlust bei einer vorzeitigen Kündigung des Sparplans. Ideal als Eigenkapital wären zum Beispiel ein Bausparvertrag oder ein Wohn-Riester Vertrag. Grundsätzlich ist ein Hauskauf auch ohne Eigenkapital möglich. Das erhöht aber die erforderliche Darlehenssumme, und meist sind dann auch die Zinssätze höher.

Rechnen Sie außerdem nach, wieviel Geld Ihnen monatlich für Tilgung und Zinsen einer Baufinanzierung zur Verfügung stehen würde. Von Ihrem Nettoeinkommen ziehen Sie die laufenden Kosten wie Lebensmitteleinkäufe, Versicherungsbeiträge und Kosten rund um das Auto ab. Denken Sie auch an Beträge, die nur einmal jährlich anfallen. Die Miete müssen Sie nicht abziehen, denn die fällt nicht mehr an, wenn Sie erst mal in den eigenen vier Wänden wohnen. Berücksichtigen Sie aber auf jeden Fall die Nebenkosten, denn diese zahlen Sie auch im neuen Haus, vielleicht sogar mehr als in einer kleineren Mietwohnung. Und rechnen Sie nicht zu knapp. Vermutlich wollen Sie nicht während einer Kreditlaufzeit von zwanzig Jahren oder mehr auf jeden Urlaub und jedes kleine Extra verzichten.

Zweiter Schritt: Kosten für das Wunschobjekt bestimmen

Haben Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung gefunden, rechnen Sie aus, was Sie das Objekt kosten wird, wenn Sie es kaufen. Stellen Sie Ihre Hausfinanzierung zum Beispiel nur auf den Kaufpreis ab, ist das ein großer Fehler. Berücksichtigen Sie für Makler, Notar und Grunderwerbsteuer einen Zuschlag von rund 10 %. Rechnen Sie auch mit realistischen Kosten für eine eventuell notwendige Sanierung und denken Sie daran, dass Sie besonders bei Altbauten nie sicher sind vor Überraschungen. Wenn Sie nicht sofort einziehen können, ist auch die weiterlaufende Miete einzuplanen.

Dritter Schritt: Finanzierung vertraglich festschreiben

Aus den gesamten Kosten des Objekts abzüglich Ihres Eigenkapitals ergibt sich der Finanzierungsbedarf. Im Internet gibt es zahlreiche Rechner zur Baufinanzierung, die Ihnen zeigen, ob eine Hausfinanzierung am Beispiel Ihrer Zahlen realistisch ist. Ein wichtiger Parameter ist die Laufzeit des Kredits. Je länger Sie die Finanzierung strecken, desto niedriger sind die Raten. Aber Achtung: Zinsbindung und Kreditlaufzeit sind in der Regel unterschiedlich. Die derzeit niedrigen Zinsen können Sie sich nur für eine kürzere Zeit sichern, zum Beispiel für zehn Jahre, während der Kredit über zwanzig Jahre oder länger läuft. Sind die Zinsen in zehn Jahren höher als heute, müssen Sie für einen Anschlusskredit auch mehr zahlen. Planen Sie deshalb in jedem Fall langfristig und mit Puffer für steigende Zinsen.

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