Eigenheimzulage

Staatliche Förderung privaten Wohneigentums

Aus sozialpolitischen Gründen steht die staatliche Förderung des Erwerbs selbst genutzten Wohneigentums seit Jahrzehnten auf dem Programm der Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene. Neben der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage spielten über Jahrzehnte steuerliche Förderprogramme die wichtigste Rolle. Nachdem die steuerliche Förderung, etwa über die früheren §§ 7 b und 10 e des Einkommensteuergesetzes, abgeschafft wurde, trat vor allem die Eigenheimzulage in den Vordergrund. Auf diese Weise gab es Baugeld vom Staat, das man als günstige Hausfinanzierung in eine komplettes Finanzierungskonzept einbringen konnte.

Baufinanzierung

Diese Form der Förderung wurde aus politischen Erwägungen nur bis zum 31.12.2005 fortgeführt. Seit dem 01.01.2006 wurden keine Neuanträge mehr bewilligt. Da die Eigenheimzulage auf einen Bewilligungszeitraum von maximal acht Jahren ausgelegt war, existieren auch heute noch zahlreiche Abwicklungsfälle, die auf rechtzeitig gestellte Anträge zurückgehen. Nach Abschaffung der Eigenheimzulage beschränkt sich die staatliche Förderung privaten Wohneigentums hierzulande auf die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Ansonsten existieren zahlreiche Förderprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie der staatlichen Förderbanken auf Landesebene. Die Förderung beschränkt sich jedoch im wesentlichen auf die Vergabe zinsverbilligter Kredite.

Die rechtlichen Voraussetzungen der Eigenheimzulage

Die Bewilligung der Zulage richtete sich nach dem Eigenheimzulagengesetz (EigZulG). Antragsberechtigt war nur, wer der unbeschränkten Inlandssteuerpflicht unterlag. Der Bewilligungszeitraum betrug maximal acht Jahre. Zulagefähig war die Anschaffung (Bestandsimmobilie) oder Herstellung (Neubau) einer im Inland, der EU bzw. dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) mit Ausnahme Liechtensteins gelegenen Immobilie, die für eigene Wohnzwecke benutzt oder zur unentgeltlichen Wohnnutzung an einen Angehörigen im Sinne des § 15 der Abgabenordnung weitergegeben wurde. Ferner durfte für das Objekt keine anderweitige Förderung beansprucht worden sein.

Voraussetzung war weiter, dass der Antragsteller und gegebenenfalls sein Ehegatte bestimmte Einkunftsgrenzen nicht überschritten. Dabei kam es auf die Einkünfte aus dem Antragsjahr und dem Vorjahr an. Bei Anträgen aus den Jahren 2004 und 2005 durfte das Einkommen eines Alleinstehenden 70.000 Euro für die beiden Referenzjahre nicht übersteigen, bei Verheirateten das gemeinschaftliche Einkommen nicht über 140.000,- Euro liegen. Hinzu kam ein Freibetrag von 30.000,- Euro pro Kind. Wurde die Wohnung bzw. das Einfamilienhaus vor dem 01.01.2005 angeschafft oder hergestellt, betrug die Zulage jährlich 5 % der Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten, maximal 2.556,- Euro für Neubauten und höchstens 1.278,- EUR für Bestandsimmobilien. Hinzu kam eine Pauschale von 767,- EUR pro Kind. Bei zwischen dem 01.01.2004 und dem 31.12.2005 angeschafften bzw. hergestellten Immobilien betrug die Zulage jährlich 1 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, maximal 1.250,- EUR plus 800,- EUR pro Kind.

Aktuelle Möglichkeiten der Eigenheimfinanzierung

Wer die Voraussetzungen erfüllt und rechtzeitig bis zum 31.12.2005 einen entsprechenden Antrag gestellt hat, kann bis heute von der Eigenheimzulage profitieren, so lange der maximale Bewilligungszeitraum von acht Jahren noch nicht ausgeschöpft ist. Da ab dem 01.01.2006 keine Neuanträge mehr bewilligt wurden, spielt diese Form der Eigenheimförderung heute nur noch eine geringe Rolle. Bauherren sehen sich daher mit der Situation konfrontiert, eine optimale Baufinanzierung ohne diese staatliche Hilfe zu finden. Es bietet sich an, sich für die Hausfinanzierung Tipps aus den zahlreichen Vergleichsportalen im Internet zu suchen.

Es lohnt sich, einen intensiven Vergleich der Kreditkonditionen im Bereich der Immobilienfinanzierung vorzunehmen. Beim gegenwärtig niedrigen Zinsniveau ist es oft günstig, die Baufinanzierung 15 Jahre lang zu festem Zinssatz abzuschließen. Bei selbst genutzten Immobilien empfiehlt es sich, mindestens 20 % Eigenkapital, bezogen auf den gesamten Aufwand für Bau oder Kauf einschließlich der Nebenkosten, einzukalkulieren. Gegebenenfalls kann in die Finanzierung auch ein zinsgünstiges Bauspardarlehen einbezogen oder ein Versicherungsdarlehen aus einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung berücksichtigt werden. Eine Hausfinanzierung ohne Eigenkapital sollte nur dann erwogen werden, wenn es sich um eine Renditeimmobilie mit langjährig gesicherten Mieteinnahmen in bester Lage handelt.

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