Bausparvertrag Verkaufen

Bausparer: Tipps für den Verkauf

Wer seinen Bausparvertrag verkaufen möchte, hat vielleicht eine bessere Anlageform für sich gefunden oder die langfristige Bindung an die Police unterschätzt. Auch Geldprobleme sind häufig ein Grund dafür, dass Verbraucher nach einer Möglichkeit suchen, ohne finanzielle Einbußen aus dem Vertrag auszusteigen. Schließlich sinkt durch den Wegfall der Beitragszahlungen nicht nur die monatliche Belastung, der Sparer erhält auch das bisher eingezahlte Vermögen zurück. Davor müssen jedoch ein paar Hürden überwunden werden. Verkäufer brauchen nicht nur die Zustimmung ihrer Bausparkasse, sondern müssen auch einen geeigneten Abnehmer finden.

Doch längst nicht jedes Unternehmen, das mit einem verlustfreien Policenankauf wirbt, hält, was es verspricht.

Kündigungsbedingungen prüfen

Bausparen

Bausparer sind langfristige Verträge, die sich für den Einzahler nur lohnen, wenn er die anfänglich vereinbarte Sparphase einhält. Meist sind dafür zwischen sieben und zehn Jahre vorgesehen. Erst wenn diese Frist abgelaufen und ein bestimmtes Mindestguthaben erreicht ist, kann der Kunde entscheiden, ob er die Sparsumme aufstocken oder sich den Betrag auszahlen lassen will. Mit weiteren Abzügen muss er in diesem Fall nicht rechnen. Außerdem kann er den Auszahlbetrag frei verwenden. Kündigt er den Vertrag allerdings vor Ablauf der Sparphase, werden Stornogebühren fällig. Wie hoch diese ausfallen, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich.

Beispielsweise gibt es Bausparanbieter, die eine Vertragssumme bis 1500 Euro abzugsfrei ausbezahlen. Bei anderen muss der Sparer Einbußen in Höhe von 0,5 Prozent seines Guthabens in Kauf nehmen. Dabei beträgt die Kündigungsfrist üblicherweise drei oder sechs Monate. Wer so lange auf sein Geld warten kann, ist mit einer Kündigung gut beraten, bewegen sich die Stornogebühren doch in einem moderaten Rahmen. Verbraucher hingegen, die ihre Police schnell zu Geld machen möchten, müssen mit weitaus höheren Abzügen rechnen. Vorteile entstehen ihnen lediglich durch die rasche Auszahlung des Guthabens.

Ankäufer und Ankaufkonditionen

Professionelle Ankäufer von Bausparpolicen werben nämlich damit, Altverträge innerhalb von weniger als drei Wochen zu verkaufen und den Erlös dementsprechend rasch an den Sparer weiterzuleiten. Außerdem gibt es Firmen, die ihren Kunden sogar eine Prämienzahlung bei erfolgreichem Verkauf in Aussicht stellen, die bis zu 12 Prozent des Guthabens betragen soll. Derartige Versprechen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Schließlich müssen Verbraucher auch hier gewisse Bedingungen erfüllen. Damit sie ihren Bausparvertrag verkaufen können, sollte dieser beispielsweise mindestens 1000 Euro wert sein.

Wie gewinnbringend eine Police in Zeiten tiefer Marktzinsen verkauft werden kann und wie realistisch eine entsprechende Verkaufsprämie ist, sei ebenfalls dahingestellt. In der Praxis müssen Kunden eher mit Abzügen rechnen, deren Höhe sich meist am Wert der Police orientiert, schließlich will auch das Unternehmen vom Verkauf profitieren. Je nach Anbieter wird für Verträge bis zu 4000 Euro eine Abzugspauschale von 7,5 Prozent veranschlagt, während für ein Sparguthaben von 10.000 Euro rund 5,5 Prozent fällig werden. Wer seinen Bausparvertrag verkaufen will, sollte die Vertragsbedingungen der Ankäufer also sehr genau lesen und sich im Zweifelsfall zunächst mit seiner Bausparkasse über Alternativen beraten.

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