Bausparvertrag Ohne Abschlussgebühr

Bausparen ohne Gebühren?

Die Gebühren stellen beim Bausparen einen wichtigen Kostenfaktor dar, bestenfalls könnten Interessierte einen Bausparvertrag ohne Abschlussgebühr und alle anderen Kosten abschließen. Die schlechte Nachricht zuerst: Kein Dienstleister bietet Bausparverträge ohne Abschlussgebühren. Dennoch existiert ein enormes Einsparpotenzial.

Die Abschlussgebühren als größter Kostenpunkt

Bausparen

Nachdem der Bundesgerichtshof Abschlussgebühren bei Ratenkrediten für rechtswidrig erklärte, schöpften viele Bausparer Hoffnung. Verbraucherschützer wollten in einem separaten Verfahren dieselbe Regelung bei den Bausparkassen einklagen. Doch das Gericht kam zu einem anderen Schluss. Seiner Meinung nach kommen diese Gebühren allen Bausparern eines Anbieters zugute, nicht wie bei Ratenkrediten nur den Banken. Entsprechend gelangten die Richter zur Einschätzung, dass die Abschlussgebühren bei Bausparverträgen im Einklang mit dem Recht stehen. Bausparkassen dürfen sie weiterhin erheben, bisher verzichtet kein Anbieter freiwillig darauf.

Doch die Konditionen unterscheiden sich massiv, weswegen das Vergleichen lohnt. Die Abschlussgebühr errechnet sich prozentual an der Bausparsumme, die Gebührensätze liegen zwischen 1 % und 1,6 %. Beispiel: Bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro und einer Gebühr von 1 % zahlen Verbraucher 500 Euro. Beantragen sie dieselbe Summe bei einem Anbieter, der 1,6 % fordert, steigen die Kosten auf 800 Euro. Dieser Unterschied beeinflusst die finanzielle Attraktivität von Verträgen wesentlich. Mit einem Renditerechner können Verbraucher ermitteln, wie sich das in der Sparphase auf die Gesamtrendite auswirkt.

Weitere Gebühren beachtenswert

Es findet sich zwar kein Bausparvertrag ohne Abschlussgebühr, die Kontoführungsgebühr können Verbraucher bei einigen Bausparkassen aber mittlerweile komplett sparen. Früher fielen diese Gebühren bei allen Anbietern an, inzwischen lassen sich gebührenpflichtige und kostenlose Verträge unterscheiden. Bei den Instituten mit Kontoführungsgebühren betragen sie in der Regel rund zehn Euro im Jahr. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren summiert sich das auf 200 Euro, ein relevanter Kostenfaktor.

Darüber hinaus erheben einige Bausparkassen für das Darlehen eine extra Gebühr, dies geschieht in Form des sogenannten Agio. Sie berechnen auf die Kreditsumme einen Aufschlag: Kunden erhalten beispielsweise 100 % der Bausparsumme, müssen aber insgesamt 102 % tilgen. Zudem fallen auf den vollständigen Betrag Zinsen an. Dieser Punkt interessiert allein die Sparer, die später das Darlehen nutzen wollen. Wer dagegen mit einem Bausparvertrag nur Geld in der Sparphase anlegen will, muss diese Gebühr nicht berücksichtigen.

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