Bausparvertrag Beleihen

Lohnt sich die Beleihung für Bausparer?

Verbraucher, die ihren Bausparvertrag beleihen, können finanzielle Engpässe überbrücken, ohne ihre Chance auf ein günstiges Baudarlehen in der Zukunft zu verspielen. Beispielsweise können sie den Vertrag einem potenziellen Kreditgeber als Sicherheit anbieten oder über die Bausparkasse selbst eine Vorfinanzierung beantragen. Welche Variante sich im Einzelfall lohnt, hängt davon ab, wie das geliehene Geld verwendet werden soll. Wer sich für eine Beleihung entscheidet, hat weiterhin Anspruch auf staatliche Förderung. Damit ist er klar im Vorteil gegenüber Sparern, die ihren Vertrag verkaufen oder gar vorzeitig kündigen.

Kündigen, verkaufen oder beleihen?

Bausparen

Bausparverträge, die als Grundlage für eine umfangreichere Baufinanzierung dienen, sind zweckgebundene Darlehen. Sie dürfen daher ausschließlich für den Erwerb, den Bau oder die Sanierung von Wohneigentum verwendet werden. Anders verhält es sich, wenn das angesparte Guthaben nicht als Eigenkapital für ein Baudarlehen benötigt, sondern ausgezahlt wird. Dann steht es dem Bausparer zur freien Verfügung. Darüber hinaus wird die Sparleistung staatlich gefördert.

Eine vorzeitige Auszahlung des angesparten Vermögens ist nicht vorgesehen. Wer dennoch kündigt, muss nicht nur mit dem Abzug von Storno- und Verwaltungskosten rechnen, sondern auch bereits erfolgte Fördermittel zurückzahlen. Den Bausparvertrag zu kündigen, ist daher meist die ungünstigste Variante.

Der Verkauf einer Police hingegen bringt zwar weniger finanzielle Einschnitte mit sich, gestaltet sich in der Praxis jedoch häufig schwierig. Vor allem, weil dafür meist ein Mindestguthaben von etwa 5000 Euro vorhanden sein muss. Außerdem brauchen Kunden die Erlaubnis ihrer Bausparkasse, bevor sie den Vertrag verkaufen können. Am günstigsten fahren Verbraucher daher, wenn sie ihren Bausparvertrag beleihen. Entweder über die Bausparkasse selbst oder über ein unabhängiges Kreditinstitut. Ein Darlehen bei der Bausparkasse lohnt sich dann, wenn das geliehene Geld einem wohnwirtschaftlichen Zweck dienen soll. Beispielsweise weil dringend notwendige Renovierungsarbeiten anstehen oder ein passendes Baugrundstück gefunden wurde, das vereinbarte Darlehen aber noch nicht zuteilungsreif ist.

Bausparpolice als Kreditsicherheit

Wenn das erforderliche Mindestguthaben noch nicht erreicht wurde, können Verbraucher ein Vorausdarlehen beantragen. Ist das Guthaben zwar vorhanden, die Police aber noch nicht zuteilungsreif, spricht man von einer Zwischenfinanzierung. Je nach Bedarf kann die bereits angesparte Summe als Darlehen ausbezahlt werden oder aber der Kunde nimmt einen Kredit über das Gesamtvolumen des Vertrages auf. Beispielsweise als endfälliges Darlehen kombiniert mit einem klassischen Annuitätenkredit. Der Anspruch auf staatliche Förderung bleibt in beiden Fällen erhalten. Idealerweise lassen sich Verbraucher von ihrem Ansprechpartner bei der Bausparkasse beraten, welche Variante am besten zu ihrem persönlichen Vorhaben passt. Wird das Geld hingegen benötigt, um ein kurzfristiges Liquiditätsproblem zu lösen, kann der Bausparvertrag auch als Sicherheit an ein anderes Kreditinstitut abgetreten werden.

Diese Variante ist insbesondere für jene Verbraucher interessant, die aufgrund ihrer gegenwärtigen beruflichen Situation oder ihres bisherigen Zahlungsverhaltens Schwierigkeiten bei der Aufnahme eines Ratenkredits haben. Vor allem, wenn ihr Bausparvertrag bereits hoch genug dotiert ist, um die anvisierte Darlehenssumme vollständig abzudecken. Derart besicherte Kredite werden nämlich meist zu besonders günstigen Konditionen angeboten. Da sie kein Ausfallrisiko eingehen, verzichten die meisten Banken in diesem Fall auch auf umfangreiche Bonitätsprüfungen. Verbraucher, die ihren Bausparvertrag beleihen wollen, sich aber noch in der Ansparphase befinden, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie bei einer Abtretung gleich zwei Raten bedienen müssen: für den Bausparvertrag und für den neu hinzugekommenen Kredit.

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