Bausparvertrag Auflösen

Bausparverträge: Vorzeitige Auflösung

Sparer können in der Ansparphase jederzeit ihren Bausparvertrag auflösen. Das hat aber unterschiedliche negative Folgen, Verbraucher sollten sich diesen Schritt gut überlegen. Es kann aber gewichtige Gründe dafür geben, den Vertrag vorzeitig zu kündigen.

Kündigung des Bausparvertrags: Die finanziellen Folgen

Bausparen

Die gute Nachricht zuerst: Bausparverträge lassen sich gebührenfrei auflösen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel nur drei Monate, sodass Sparer rasch über ihr Geld verfügen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt nur an, wenn Kunden die Kündigungsfrist nicht einhalten wollen oder aus finanzieller Not nicht abwarten können. Diese Gebühr beträgt oftmals 1 % des Guthabens, es handelt sich somit um einen beträchtlichen Kostenpunkt. Ausgezahlt bekommen Sparer in beiden Fällen das Guthaben inklusive der gesammelten Zinsen, bei der zweiten Variante abzüglich der Vorfälligkeitsentschädigung.

Auch eine fristgerechte vorzeitige Vertragsauflösung geht aber mit mehreren negativen Folgen einher. So verlangen Bausparkassen bei jedem Vertrag eine Abschlussgebühr, meist zwischen 1 % und 1,6 % der Bausparsumme. Diese Gebühr berechnen die Anbieter auch bei einer vorzeitigen Kündigung, sie erstatten sie nicht einteilig. Insgesamt kann sich dadurch ein finanzielles Minus ergeben. Bausparer erhalten weniger Geld, als sie eingezahlt haben.

Eine Kündigung wirkt sich auch auf die Wohnungsbauprämie aus. Vielfach müssen Sparer diese bei einer Vertragsauflösung komplett zurückzahlen. Einzelpersonen verzeichnen einen Zuschuss von maximal 45,06 Euro im Jahr, unter Umständen verlieren sie durch eine Kündigung einen dreistelligen Betrag. Es bestehen aber Ausnahmen: Existiert der Vertrag bereits sieben Jahre, dürfen Verbraucher die Förderung behalten. Das Gleiche gilt, wenn sie mindestens ein Jahr arbeitslos sind. Auch die eigene Erwerbsunfähigkeit oder die Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise der Tod des Ehegatten führt dazu, dass Sparer die Prämie nicht zurückzahlen müssen. Bei der Arbeitnehmersparzulage als weitere staatliche Unterstützung sollten Kunden ebenfalls die siebenjährige Sperrfrist beachten.

Wann sich die Auflösung empfiehlt?

Niemand sollte leichtfertig einen Bausparvertrag auflösen. Vor allem der Verlust der staatlichen Förderungen fällt schwer ins Gewicht. Bei einer bis dato kurzen Laufzeit ärgert auch die Abschlussgebühr, deren Kosten die bisher kassierten Zinsen übersteigen können. Zudem sollten Sparer berücksichtigen, dass sie mit einer Vertragsauflösung den Anspruch auf eine günstige Baufinanzierung verlieren. Dennoch kann es gute Gründe für eine Kündigung geben. Erstens kommt sie in einer finanziellen Notlage infrage. Drücken Schulden, spricht viel für eine Kündigung. Damit lassen sich Mahnkosten, Säumniszinsen und sogar eine Pfändung verhindern.

Zweitens sparen manche Verbraucher mit einem Bausparvertrag, sie verbuchen aber kaum Rendite. Liegen die Zinsen niedrig und haben Sparer aufgrund zu hoher Einkommen kein Anspruch auf staatliche Förderungen, erweist sich das Bausparen vielfach als nicht attraktiv. Das trifft vor allem dann zu, wenn Kunden das preiswerte Darlehen im Anschluss nicht benötigen. Die Kündigung des Vertrags lohnt sich, wenn Sparer das Guthaben in einer anderen Form mit einem deutlich besseren Ertrag anlegen können. Das sollten sie genau durchrechnen.

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