Baufinanzierung für Selbständige

Baugeld für Selbstständige

Eine Baufinanzierung für Selbständige ist bei vielen Kreditinstituten nur unter erschwerten Bedingungen zu realisieren. Sehen die Banken in der freiberuflichen Tätigkeit des Antragstellers doch ein unkalkulierbares Ausfallrisiko. Unter bestimmten Voraussetzungen sind jedoch auch Selbstständige gern gesehene Kreditnehmer bei Banken. Beispielsweise wenn sie besonders viel Eigenkapital mitbringen, einen Ehepartner haben, dessen berufliche Situation stabil genug ist, um das eigene Risiko wieder auszugleichen oder selbst aus einem von Banken bevorzugten Bereich freiberuflicher Tätigkeit kommen. Auch beim Finanzierungsvertrag rücken manche Aspekte in den Vordergrund, die für festangestellte Kreditnehmer vernachlässigbar sind.

Selbstständig ist nicht gleich selbstständig

Baufinanzierung

Auch im Bereich der Freiberuflichkeit gibt es Unterschiede, was die Zukunftsprognose des potenziellen Kreditnehmers und damit die Risikobewertung eines Darlehens betrifft. Beispielsweise werden gewerbliche Tätigkeiten in der Gastronomie oder in der Bau- oder Taxibranche von Banken gemeinhin als hochriskant eingestuft. Kunden, die aus diesem Bereich kommen, haben meist nur mithilfe eines solventen Bürgen die Chance auf Kredit. Ärzte und Anwälte hingegen sind gern gesehene Kunden bei der Bank, sie können das Baudarlehen meist zu ähnlich günstigen Bedingungen aufnehmen wie gut verdienende Arbeitnehmer in langjähriger Festanstellung. Vorausgesetzt natürlich, ihre Schufa-Bewertung fällt ebenfalls positiv aus.

Weitere Faktoren, die die Kreditentscheidung maßgeblich beeinflussen, sind Dauer und Erfolg der selbstständigen Tätigkeit. Um sie einzuschätzen zu können, verlangen Kreditinstitute neben den Einkommenssteuerbescheiden auch die betriebswirtschaftlichen Auskünfte des Unternehmens bzw. der Praxis. Meist über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren. Auch auf die Frage, wie finanzielle Durststrecken aufgrund einer Erkrankung oder einer längerfristigen schlechten Auftragslage kompensiert werden können, sollten Bewerber eine überzeugende Antwort parat haben. Existenzgründer, die keine nennenswerten und stabilen Geschäftserfolge vorweisen können, haben ohne Bürgschaft daher kaum Chancen auf eine Immobilienfinanzierung.

Eigenkapital und Vertragsgestaltung

Im Hinblick auf die Baufinanzierung ist für Selbständige auch der Grundstock an Eigenkapital entscheidend. Optimale Voraussetzungen haben Antragsteller, die 40 Prozent der Leihsumme oder mehr selbst einbringen können. Da sich die Bank wie bei jedem Immobilienkredit ein Grundpfandrecht vorbehält, reduziert sich ihr Ausfallrisiko bei besonders hohem Eigenanteil des Kreditnehmers auf ein Minimum. Gerät der Freiberufler in Zahlungsschwierigkeiten, kann die Immobilie nämlich von der Bank weiterverkauft werden und die vergleichsweise geringe Leihsumme wird durch den Erlös mit größter Wahrscheinlichkeit abgedeckt.

Selbstständigkeit geht in vielen Branchen mit gewissen saisonalen Marktschwankungen einher. Die meisten Freiberufler haben daher kein konstantes Einkommen, sondern verdienen mal mehr, mehr weniger. Für sie ist es daher besonders wichtig, bei der Vertragsgestaltung auf größtmögliche Flexibilität zu bestehen. Beispielsweise in Form einer Sondertilgung, die sie einmal oder mehrmals jährlich leisten können, wenn das Geschäft gerade besonders gut läuft. Außerdem kann auch die Tilgungsrate flexibel gestaltet werden. Ist die Auftragslage positiv, tilgt der Kreditnehmer mehr, bleiben Aufträge aus, kann er den Tilgungsanteil senken und damit auch seine monatliche Gesamtbelastung reduzieren.

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