Baufinanzierung Beamte

Die Immobilienfinanzierung für Beamte

Eine Baufinanzierung ist für Beamte in vielen Fällen einfacher zu bewerkstelligen als für Arbeitnehmer, die in der freien Wirtschaft tätig sind. Schließlich beziehen sie ein ungleich sicheres Gehalt und können auch ihrer Pensionierung gelassen entgegensehen. Ein Vorteil, der ihnen auch beim Hausbau zugutekommt. Aufgrund ihrer unkündbaren Anstellung werden sie nämlich einer der wichtigsten Anforderungen gerecht, die Banken an ihre potenziellen Kreditnehmer stellen: Sicherheit und Berechenbarkeit, was ihre berufliche Situation und ihr Gehalt betrifft.

Voraussetzungen und Kreditarten

Baufinanzierung

Nichtsdestotrotz müssen verbeamtete Arbeitnehmer wie andere Bankkunden auch weitere Voraussetzungen erfüllen, wenn sie ein günstiges Baudarlehen erhalten wollen. Beispielsweise muss ihr Monatsgehalt hoch genug sein, um ihre Lebenshaltungskosten plus die anvisierte Monatsrate decken zu können. Außerdem wird auch ihr bisheriges Zahlungsverhalten im Rahmen der Schufa-Abfrage überprüft. In Deutschland verlangen Banken für Immobilienkredite darüber hinaus meist einen gewissen Prozentsatz an Eigenkapital. Finanzierungen über 100 Prozent oder mehr werden nur in seltenen Fällen gewährt. Wer in diesen Punkten schlecht abschneidet, hat es auch als Staatsbediensteter schwer ein, einen rentablen Kredit zu erhalten oder muss mit einem entsprechend höheren Zins rechnen.

Grundsätzlich kann die Baufinanzierung für Beamte jedoch auf zwei Wegen erfolgen. Neben dem ganz normalen Annuitätendarlehen, bei dem das Pfandrecht der Bank ins Grundbuch eingetragen wird, können Lehrer, Amtsärzte und Co. ein sogenanntes Beamtendarlehen aufnehmen. Dieses spezielle Kreditprodukt kann nur von einem stark eingegrenzten Personenkreis beantragt werden. Neben Beamten sind das beispielsweise Angestellte im öffentlichen Dienst, aber auch Akademiker in mehr als fünfjähriger Anstellung, Berufssoldaten oder Richter. Anders als die zweckgebundene Baufinanzierung ist das Beamtendarlehen frei verfügbar. Es kann, muss aber nicht dem Bau oder Kauf der eigenen vier Wände dienen.

Das Beamtendarlehen in der Praxis

Im Unterschied zu einem normalen Ratenkredit geht das Beamtendarlehen mit ungleich längeren Laufzeiten einher und ermöglicht auch die Aufnahme großer Leihsummen, wobei sich diese für gewöhnlich nach dem Jahresgehalt des Kreditnehmers richten. Als Obergrenze werden von den meisten Anbietern Beträge zwischen 100.000 und 120.000 Euro genannt. Je nach Region und Lage bereits genug, um ein Häuschen oder eine Eigentumswohnung zu kaufen. In der Praxis wird der Beamtenkredit meist als sogenanntes Versicherungsdarlehen vergeben. Parallel zum Darlehensvertrag schließt der Kunde also eine Kapitallebensversicherung ab, mit deren Guthaben die Schuld am Ende der Laufzeit getilgt werden soll.

Anders als beim Annuitätendarlehen findet bis dahin keine Tilgung statt. Die monatliche Belastung des Kreditnehmers setzt sich stattdessen aus dem Zinssatz und der Versicherungsprämie zusammen. Da das in der Lebensversicherung angesparte Vermögen zugleich als Kreditsicherung fungiert, wird die Bank auch dann nicht ins Grundbuch eingetragen, wenn das Darlehen dem Hauskauf dient. Eine Immobilienfinanzierung mit der Beamte also nicht nur ihre monatliche Belastung gering halten, sondern im Idealfall auch Gewinn erwirtschaften können. Aufgrund der steuerlichen Behandlung von Kapitalerträgen ist ein Vergleich beider Finanzierungsvarianten jedoch unerlässlich. Außerdem sollten sich Interessenten vor Abschluss des Darlehens von einem Steuerfachmann beraten lassen.

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