Anschlussfinanzierung

Was tun, wenn die Zinsbindung abläuft?

Nicht immer ist ein Hypothekenkredit restlos abbezahlt, wenn die Zinsbindung abläuft, dann ist es nötig eine günstige Anschlussfinanzierung zu suchen. Der einfachste Weg ist sicher, bei der bisherigen Bank ein neues Darlehen zu beantragen. Aber eine Umschuldung auf eine andere Bank kann trotz der damit verbundenen Formalitäten lohnenswert sein. Unter Umständen lässt sich damit eine Menge Geld sparen. Um den richtigen Weg für Ihre Finanzierung zu finden ,sollten Sie sich zuerst einmal über die aktuellen Hypothekenzinsen informieren.

Das können Sie ganz einfach online im Internet erledigen.

Wie finde ich eine günstige Anschlussfinanzierung?

Hypotheken

Viele Banken und Immobilienmakler bieten auf ihren Internetseiten kostenlose Hypothekenrechner an. Dort geben Sie ein, wie hoch Ihr neues Darlehen sein soll, welche Zinsbindung Sie wünschen und gegebenenfalls auch den Verkehrswert Ihrer Immobilie. Jetzt können Sie sich entscheiden, ob Sie eine bestimmte Anfangstilgung für Ihren Kredit wählen oder die monatliche Rate bestimmen wollen. Mit Hilfe dieser Zahlen ermittelt der Rechner einen für ihre Finanzierung möglichen Zinssatz. Wenn Sie dies wünschen, können Sie sich von der Maklerseite gleich auf die Internetseite des entsprechenden Kreditinstitutes weiterleiten lassen. Auf diese Weise können Sie sich relativ konkrete Konditionen einzelner Banken ansehen. Eine andere Möglichkeit zur Recherche der aktuellen Hypothekenzinsen sind unabhängige Vergleichsportale im Internet. Die Funktionsweise ist praktisch genauso, aber Sie bekommen oft die Konditionen von vielen verschiedenen Banken und können diese somit direkt vergleichen.

Wie hoch sollte die monatlich Rate sein?

Da Sie bisher ja schon ein Hypothekendarlehen hatten und dafür eine monatliche Rate gezahlt haben, können Sie gut abschätzen, wie viel Sie in Zukunft monatlich zahlen können. Haben sich weder Ihre Lebensumstände noch Ihr Lohn oder Gehalt in den letzten Jahren wesentlich geändert und konnten Sie Ihre Raten immer pünktlich zahlen, dann spricht nichts dagegen, die monatliche Belastung in etwa der gleichen Höhe zu belassen.

Fällt die Anschlussfinanzierung in eine Phase mit hohen Zinsen ist dies oft nicht möglich, da dann häufig die Zinsbelastung stark ansteigt. Als Ausgleich wird dann eventuell eine niedrigere Tilgungsrate gewählt. Dadurch verlängert sich jedoch die Kreditlaufzeit und eine entsprechend längere Zinsbindung sollte gewählt werden.

Bei einer Anschlussfinanzierung in einer Niedrigzinsphase sollten Sie den dann gegebenen Zinsvorteil lieber nutzen, um eine höhere Tilgung zu vereinbaren statt die monatliche Belastung zu senken. Das ermöglicht Ihnen eine schnellere Rückzahlung des Kredits und frühere Schuldenfreiheit. Diese sollten Sie spätestens mit Ihrem Rentenbeginn erreicht haben.

Ist Ihre Familie inzwischen gewachsen, dann berücksichtigen Sie, dass Kinder im Schulalter oft größere finanzielle Ansprüche haben als Kleinkinder. Dabei geht es nicht nur um Kleidung und Spielzeug, sondern auch um Schulbücher und Klassenreisen. Möchten Sie durch diese Sonderausgaben nicht immer wieder in Geldnot geraten und Ihr Girokonto ständig überziehen, sollten Sie eine entsprechende Reserve einplanen. Dafür eignet sich ein Tagesgeldkonto sehr gut. Sind dagegen Ihre Kinder nun erwachsen und stehen finanziell gesehen auf eigenen Füßen, sind vielleicht sogar schon bei Ihnen ausgezogen, dann können Sie in Zukunft möglicherweise eine etwas höhere monatliche Rate vereinbaren und benötigen nur eine relativ kurze Zinsbindung.

Sollte man für die Anschlussfinanzierung die Bank wechseln?

Es spricht nichts dagegen, für die Anschlussfinanzierung die Bank zu wechseln, im Gegenteil, denn oft werden Neukunden sogar bessere Konditionen angeboten als den Bestandskunden. Wenn Sie also bei einer anderen Bank einen besseren Zinssatz bekommen, dann wechseln Sie eben die Bank. Allerdings sollten Sie vorher ruhig das Gespräch mit Ihrer bisherigen Bank suchen. Erklären Sie Ihrem Bankberater, warum Sie wechseln wollen und nennen Sie ihm auch die neuen Konditionen. Vielleicht macht er Ihnen ein ebenso günstiges Angebot und Sie sparen sich den Wechsel.

Haben Sie inzwischen ein wenig Kapital angespart, zum Beispiel aus einer Gehaltserhöhung oder der Zahlung von Weihnachtsgeld, dann sollten Sie dieses zur Ablösung Ihres Darlehens einsetzen. So fällt die neue Kreditsumme etwas geringer aus und das Darlehen ist früher zurück gezahlt oder Sie können bei Bedarf eine geringere monatliche Rate vereinbaren. Nach Möglichkeit vereinbaren Sie von vorn herein auch das Recht auf Sondertilgung. Dann können Sie in Zukunft außergewöhnliche Erträge oder Geldgeschenke gleich zur Tilgung Ihres Kredits einsetzen. In der Regel ist die Rendite durch Zinsersparnis höher als bei der Anlage in Tages- oder Festgeld.

Kann man vor Ende der Zinsbindung einen Hypothekenkredit umschulden?

Auch eine Umschuldung vor Ende der Zinsbindung ist möglich. Allerdings kann die Bank dann von Ihnen eine Entschädigung für die entgangenen Zinsen verlangen. Erkundigen Sie sich, wie hoch diese Kosten veranschlagt werden, dann können Sie sich ausrechnen, ob sich eine Umschuldung für Sie lohnt. Mit einem so genannten Forward Darlehen können Sie sich günstige Zinsen auch für einen späteren Darlehenszeitpunkt sichern. Das macht Sinn, wenn Sie zum Beispiel schon wissen, dass Ihr Kredit in einem Zeitraum von bis zu 60 Monaten fällig wird und Sie bis dahin mit steigenden Zinsen rechnen. Sie zahlen für ein Forward Darlehen keine Bereitstellungszinsen, aber einen kleinen Zinsaufschlag. Dieser wird je nach Vorlaufzeit und späterer Zinsbindung von der Bank berechnet. Sollten die Zinsen entgegen Ihrer Prognose nicht steigen, dann haben Sie in diesem Fall kein gutes Geschäft gemacht. Darum sollten Sie über diese Möglichkeit gut nachdenken und die aktuelle Zinspolitik ein wenig im Auge behalten.

Mehr zum Thema