Anbau Haus

Mit einem Anbau am Haus zusätzlichen Platz gewinnen

Stoßen Hausbesitzer in ihrem Eigenheim an Grenzen, lohnt es sich, über einen Anbau am Haus nachzudenken. Oft bieten sich bei einer Erweiterung eines Hauses viele neue Möglichkeiten. Allerdings müssen Immobilienbesitzer einige Regeln beachten, wenn sie durch einen geplanten Anbau das Haus verändern. Vorgaben macht zum Beispiel der Gesetzgeber, der für einen Anbau unter Umständen Baugenehmigungen verlangt. Und auch auf die Belange der Nachbarn und landschaftliche Besonderheiten muss Rücksicht genommen werden.

Den Anbau gut planen

Haus bauen/kaufen

Deshalb ist nicht nur für einen Neubau, sondern auch für einen Anbau am Haus eine gute Planung wichtig. Wo eine Erweiterung des Hauses entstehen darf und wie diese aussehen darf, darüber entscheiden zuerst die Landesbauordnung und der gültige Bebauungsplan. Zu beachten sind First- und Fassadenhöhen sowie Abstände zum Haus des Nachbarn. Nicht immer fragt der Gesetzgeber nach einer Baugenehmigung. Manchmal genügt auch eine einfache Bauanzeige. Einfach nur den Nachbarn über einen Anbau am Haus zu informieren, reicht allerdings in den wenigsten Fällen. Frühzeitig informiert werden sollte der Nachbar jedoch in jedem Fall.

Landesbauordnungen und Bebauungspläne umfassen oft viele Bestimmungen. Sie durchzuarbeiten, verlangt von einem Laien Aufwand. Notwendig ist er jedoch, denn es gibt nur wenige einheitliche Bestimmungen für die gesamte Bundesrepublik. In den verschiedenen Bundesländern und Kommunen sind die Verordnungen vielfältig und vor allem sehr unterschiedlich. An manchen Orten ist im Dachgeschoss die Deckenhöhe streng vorgegeben. Mindestens die Hälfte der Grundfläche von Dachräumen mit schrägen Wänden muss etwa in Bayern und Hessen eine Deckenhöhe von 2,20 Metern aufweisen. Sieht ein Bebauungsplan vor, dass die Bauweise eingeschossig sein muss, darf im Obergeschoss die Wohnfläche maximal nur zwei Drittel der Fläche im Erdgeschoss betragen. Und selbst, wenn für einen Anbau am Haus keine Baugenehmigung vorgeschrieben ist, kann es Bestimmungen geben. So müssen für sämtliche Aufenthaltsräume die Fluchtmöglichkeiten ausreichend sein. Und plant ein Hausbesitzer, seinen Keller in einen Wohnraum umzugestalten, müssen diese Räume von außen abgedichtet werden. Ausreichend müssen Möglichkeiten zum Heizen und zum Belüften vorhanden sein.

Der Anbau am Haus ist in der Regel teuer. Bauherren sollten sich bei der Planung deshalb gut überlegen, wofür sie den zusätzlichen Raum nutzen wollen. Eine Grundlage ist die Familienplanung. Ist noch Zuwachs geplant, wie etwa Kinder aber auch die Aufnahme der alten Eltern? Wie lange sollen zusätzliche Räumlichkeiten genutzt werden? Wichtig ist ein Blick auf die kommenden Jahre. Denn der Wohnraum, der zusätzlich geschaffen wird, muss sich auch rentieren, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder die Eltern die Räume nicht mehr nutzen. Eine gute Perspektive ist es deshalb, einen Ausbau so anzulegen, dass er sich schnell in eine zusätzliche Wohnung umwandeln lässt, die später vermietet werden kann.

Projekte finanzieren

Nachdem die rechtlichen Probleme geklärt und die Planungen abgeschlossen sind, kann es an konkrete Projekte gehen. Aufwändig und teuer ist die Verbreiterung eines Hauses. Denn dafür muss das gesamte Dach überplant und dann an den Baukörper genau angepasst werden. Beibehalten werden kann die Form des Daches, wenn das Haus verlängert werden soll. Dabei muss wesentlich weniger in das Gestühl eingegriffen werden. Schwierig wird es, wenn tragende Wände angerührt werden. Und auch das Aufstocken des Hauses ist aufwändig, denn dabei wird ein neues Dach benötigt. Leider ist in eng bebauten Gebieten ein zusätzliches Geschoss die einzige Möglichkeit, mehr Wohnraum zu gewinnen. Das gilt vor allem dann, wenn sich das Dach nicht ausbauen lässt.

Der Anbau eines kompakten Wintergartens oder ein zusätzlicher Erker sind wesentlich einfacher zu bewerkstelligen. Auch durch diese Maßnahmen können Bauherren zusätzlichen Wohnraum gewinnen. Geringer ist der Aufwand auch deshalb, weil bei diesen Anbauten das Dach nicht angetastet werden muss. Doch selbst bei diesen Bauvorhaben müssen rechtliche Vorschriften eingehalten werden. Wird zum Beispiel im Wintergarten zusätzlicher Raum geschaffen, gelten Auflagen zur Schallisolierung und zur ausreichenden Wärmedämmung. Außerdem müssen die örtlichen Behörden einen Wintergarten genehmigen. Nicht zuletzt gilt, dass ein Anbau die Statik eines Hauses verändern kann. Deshalb sollte ein Statiker in die Arbeiten einbezogen werden.

Ganz gleich, ob Hausverlängerung, -verbreiterung, neues Dach oder Wintergarten. Für den Anbau muss eventuell eine Finanzierung her. Bauherren sollten deshalb in Hinblick auf die Kosten eines Ausbaus frühzeitig einen Bausparvertrag abschließen. Ein solcher Vertrag sichert günstige Konditionen für ein Hypothekendarlehen. Außerdem steht zusätzliches und vor allem günstiges Geld rechtzeitig für den Um- und Ausbau bereit. Außerdem kann man die staatliche Förderung beim Bausparvertrag nutzen, wenn man auf Wohn-Riester setzt. Nicht zuletzt lohnt für Bauherren beim Baugeld ein Zinsvergleich. Jeder Prozentpunkt weniger hilft, die Kosten für das Bauvorhaben im Griff zu behalten.

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